17. November 2019

Sympathy for the Joker

Niemand braucht eine weitere Rezension zum, wie es aussieht, Film des Jahres. Genau deshalb schreibe ich eine. Offensichtlich sind Spoiler ahead.

Joaquin Phoenix hat hier die Leistung seines bisherigen Lebens abgeliefert, darüber kann man nicht diskutieren. Ist er der beste Joker aller Zeiten? Nein, er ist der beste alternative Joker aller Zeiten. Ihn mit Heath Ledger zu vergleichen ist wie die Frage zu stellen welches der beste Wein der Welt ist und Rot- mit Weißwein zusammenzukippen. Geht einfach nicht unter zivilisierten Menschen.

Räumen wir also erstmal Heath Ledger aus dem Weg - sein Joker ist alles, was ein Antagonist im Batman-Universum sein muß: aggressiv, gleichzeitig kontrolliert, nicht les- oder vorhersehbar, intelligent, evil chaotic, mit einem Sinn für feinen, skurrilen Humor und - vielleicht die wichtigste Eigenschaft - absolut unvermeidbar.

In der 2019-Version von "The Joker" erzählt Joaquin Phoenix nun die Geschichte von Anfang an, wie aus Arthur Fleck der Mann wurde, der bunte Anzüge mit viel Clownsschminke kombiniert. Nicht nur modisch im Moment top, denn die Farben der siebziger Jahre lauern hinter jeder Ecke, das Spektrum dominiert den ganzen Film. Wir bewegen uns in einem dreckigen, abgefressenen New York Anfang der achtziger Jahre, kalt und verschmiert von Graffiti, voll der Nostalgie für vergangene Jahrzehnte, gänzlich ohne oder mit vereinzelt sehr klobig auftretender Technologie. Es wird noch mit Bleistift in Notizbücher gekritzelt und ein Anrufbeantworter ist state of the art.

Und hier ist schon ein erster Stolperstein: um es mit Garfield zu sagen, "it's all so perfectly depressing I can't wipe away the smile from my face." Ja, es ist alles zum Weglaufen, abweisend und mühsam und schneidend kalt, sowohl das Wetter als auch das menschliche Miteinander. Und trotzdem fühlt man sich sofort wohl und zu Hause. Das mag im Auge des Betrachters liegen, vielleicht bin ich selbst ja nur ein "high functioning sociopath" (Sherlock, anderes Universum), aber die warmen schwachen Sonnenstrahlen, die im Prinzip nur Winter und Hoffnungslosigkeit verströmen sollen in dieser ausweglosen Existenz des Arthur Fleck, tragen das bißchen Vertrautheit mit sich welches reicht um eine Verbindung zu Arthur und seiner gesamten Welt herzustellen. Man wird zum Komplizen.

Das ist auch nötig und nicht allzu schwierig, denn der Film bietet keinen (!) Sympathieträger, bis auf eine kleine Ausnahme, als den notorischen Spontankiller. Man leidet mit Arthur mit, man wird mit ihm geprügelt, belogen, ausgebeutet, sein ausgezehrtes Gesicht und die strähnigen, zu langen Haare, die ihn manchmal wie ein sensibles Dichtergenie aussehen lassen, all das wird zu einem selbst. Eine der eindrücklichsten Szenen der körperlichen Ausgezehrtheit zeigt seinen grotesk verkrümmten Rücken, man fürchtet daß er sich gleich einen der dürren Arme brechen wird oder die spitze Schulter auskugelt, als er im Umkleideraum seine Schuhe versucht zu dehnen und gegen das zähe, harte Leder kämpft. Ein erbärmlicher Kampf.

Doch nie begegnet dieser Arthur den Widrigkeiten seines Lebens mit Aggression, es baut sich keine Energie auf, der Weg ist ein anderer. Die Toten in der U-Bahn? Notwendig, was man angefangen hat sollte man zu Ende bringen, kontrolliert und emotionslos, für die Panik hat man danach noch Zeit. Die Konfrontation mit der eigenen Geschichte in Arkham zerstört den letzten Rest der Familienillusion, aber davon sind ja sowieso nur noch Trümmer übrig. Selbst als er im Krankenhaus seine "Mutter" auf der Intensivstation mit einem Kissen erstickt ist nur ein Quäntchen Rage enthalten, der Hauptteil ist Resignation und Überdruß. Es ist eine stille Metamorphose, je weiter die Handlung voranschreitet desto mehr verliert Arthur, der doch sowieso nichts hat, vom Leben. Von Verzweiflung und Wut, Resignation und Trauer laufen wir mit unserem Protagonisten direkt an den tipping point, der allzu zwingend scheint. Der Joker, Produkt seiner Umgebung.

Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn mit dieser Historie könnte Arthur auch einfach nur Selbstmord begehen und die Sache gut sein lassen. Aber da ist noch eine zweite Seele, die in ihm wohnt, und die ist zunehmend fasziniert, dann begeistert, schließlich Feuer und Flamme werden lässt für die Revolution und das Chaos, welches Arthur losgetreten hat, ohne es zu wollen. Hier sehen wir durchs Schlüsselloch einen Hauch des Mannes, der die Welt einfach nur brennen sehen will.

Aus diesem Wunsch zieht Arthur die Energie, sich immer wieder aufzuraffen und dem Lauf der Dinge entgegenzustellen. Es ist das Auf und Ab, was ihn ausmergelt, gleichzeitig aber auch "stranger" macht, und letzten Endes zur Quelle seiner Macht und Besessenheit werden wird. Der Schlag ins Gesicht von Thomas Wayne, die Bloßstellung von Murray, die Hinterlist seines Kollegen, egal was kommt, dieses Streichholzmännchen Arthur weiß genau daß es nicht recht ist und weigert sich einfach, am Boden liegen zu bleiben.

Dabei quält ihn seine eigene Psyche zusätzlich, sie sehnt sich nach einem Zuhause und Normalität, was er sich in der Beziehung zu seiner Nachbarin vorhalluziniert. Sie ist der einzige helle Punkt an diesem rabenschwarzen Horizont, und als Arthur und uns klar wird daß sie nie an seiner Seite war schlägt die Stunde vor der Dämmerung, in der es bekanntermaßen am dunkelsten ist. Nur daß später nicht die Sonne aufgeht, sondern eine Wasserstoffbombe.

Und hier schenkt der Film uns einer dieser legendären Szenen, die sich ins kollektive Gedächnis einbrennen wird, voller Elan, Schönheit und Selbstvergessenheit, zugleich böser Absicht und mentaler Krankheit. Der Joker tanzt, allein, auf der endlos langen Treppe, er feiert was er tun wird, ohne bereits zu wissen was es ist, er feiert wer er geworden ist, nun daß er alles hinter sich gelassen hat. Er ist endlich verrückt, entschlossen, frei.

Es ist ein Film für die Zeit, in der wir leben. Mindestlohn, die ständige Angst vor dem Abstieg in der zerriebenen Mittelschicht, zunehmende soziale Kälte, gepaart mit technologischer Vereinsamung und staatlich wie industriell verbreiteter Desinformation haben unsere Gesellschaft bis zu einem Grad zerstört der irreparabel scheint. An dieser Stelle war die Menschheit schon mehrfach in ihrer Geschichte. Arthur und sein Werdegang sprechen uns aus der Seele, wir stellen uns automatisch auf seine Seite und wünschen uns selbst, ein wenig "Joker" sein zu können. Nur daß es im echten Leben keine Erleichterung verschafft, denn es bringt nichts, die Welt anzuzünden, wenn man später noch drin leben will.

Hier liegt die finale Schwäche oder die raffinierte Stärke des Films, und darüber lohnt es sich nachzudenken. Es erfolgt keine Katharsis. Der Joker wird nicht geläutert, wir werden es aber auch nicht. Bis zum Schluß fiebern wir für ihn mit und alle seine Handlungen erscheinen logisch und - und das sollte das Schockierende sein - angemessen. Sein letzter Mord im Film ist an der Therapeutin, mit der er in der Geschlossenen seine Heilung finden soll, sein letzter Akt die Slapstick-Einlage, wie er mit den Wärtern Fangen spielt und dabei blutige Schuhabdrücke im Weiß des Krankenhausflurs hinterlässt. Es widert uns nicht an. Wir wenden uns nicht erschrocken ab. Es findet keine Distanzierung zum Mörder statt. Der Film erzählt vordergründig die Geschichte des Joker. Im Hintergrund ist es ein Aufruf zur Brandstiftung.

28. Oktober 2018

The sample life

Meine kleine Schwäche für Samples und Reisegrößen habe ich hin und wieder erwähnt, bisher habe ich es auch für genau das gehalten: eine Schwäche. Schließlich bekommt man fürs Geld bedeutend weniger pro Einheit, also das Gramm-pro-Euro-Verhältnis ist bedeutend schlechter als bei Fullsize-Produkten.

Irgendwie höre ich mich ein wenig wie ein Junkie an.

Wie auch immer, hin und wieder schießen sich die großen Marken selber ins Knie und setzen jemanden in die Preisgestaltung, der entweder des kleinen Einmaleins nicht fähig ist oder ein enorm gerissener Manipulator. Da Kopfrechnen eines meiner Hobbies ist haben besonders Bobbi Brown und Clinique mein Interesse geweckt. Letzterer verkauft Probiergrößen gern mal rechnerisch günstiger als die Originalgröße (WTF?), Bobbi Brown hat hingegen gerade einige Minis im Set online feil:

https://www.bobbibrown.de/product/13996/58914/paletten-und-sets/lined-defined-mini-long-wear-gel-eyeliner-duo/fh18

Ein Set aus zwei ihrer Eyeliner mit den allgemein schmeichelnden Farben Espresso und Bronze Shimmer. Interessant: beide zusammen kosten so viel wie eine Fullsize. Noch interessanter: beide zusammen enthalten so viel wie eine Fullsize.

Jetzt die Gretchenfrage: wer hat schon mal einen Gelliner aufgebraucht? Volle 3 Gramm? Sag ich doch. Also warum nicht zwei Farben zum Preis von einer kaufen und dann noch eventuell die Genugtuung bekommen, einmal im Leben ein Makeupprodukt aufgebraucht zu haben...

Dem Deal etwas abträglich war für mich lediglich daß ich lieber eine Kombination aus braunem und schwarzem Eyeliner gekauft hätte denn, oh Wunder: ich besitze keinen schwarzen Gelliner, bin aber an dem von Bobbi Brown schon ewig interessiert. In meiner Sammlung findet sich die Variante "Black Scotch", Teil eines Sets mit Eyelinerpinsel, welches ich vom besten Ehemann aller Zeiten geschenkt bekommen habe. Die Pinselwascherei ist etwas nervig im Vergleich zu Eyelinerstiften, aber das Ergebnis ist um so vieles besser.

Leider enthält oben gelistetes Set keinen Pinsel. Egal, ich wollte die Farben unbedingt haben und klickte mich bereits durch den Bestellvorgang. Nun darf man sich zu jeder Bestellung ein Muster aussuchen, zur Zeit gibt es sogar einen kleinen Crushed-Lippenstift in Babe zur Wahl. Da ich den schon habe und auch liebe beschloß ich, diesmal die Wildcard zu ziehen und das "Mystery Gift" zu nehmen. Wahrscheinlich ein Minimascara oder ein Makeupentferner, so die Erwartung. Ich war ziemlich baff, als dann Folgendes bei mir ankam:

And the mystery is...

Links oben die beiden Mini-Gelliner, die ich bestellt hatte. Alles rechts davon wurde von mir nicht bezahlt. Da ich die To Go-Schachtel zuerst aus dem Paket gezogen habe dachte ich beim Öffnen noch "Ach nö, die haben mir das falsche Produkt zugeschickt!" bis ich dann bekapst hatte daß dies das Mystery-Gift war. Und es kam noch besser:

Wir haben ein Bingo.
Jepp, der geschenkte Liner hat die Farbe Black Ink. Das Set war letztes Jahr mal für 19 Euro zu haben, eine krasse Beigabe. Läßt man den Pinsel aus der Rechnung raus kommt man also auf 8,33 Euro pro Eyeliner, das darf sich sehen lassen. In der Zwischenzeit habe ich noch eine zweite Bestellung aufgegeben, und es kam wieder das Eyeliner-Pinsel-Set als Mystery Gift. Der Deal ist also noch aktuell. 

PS: Bobbi Brown zahlt mir (leider) weder Geld noch Produkte für diesen Post. :-) Andererseits haben sie hoffentlich auch nix dagegen daß ich sozusagen die Überraschung verderbe. Rock on!

13. Oktober 2018

Zivilisationsspuren

Letzte Woche haben ein paar Briten eine 50 Jahre alte Plastikflasche aus dem Meer gezogen. Das Ding sah aus wie neu. Wenn unsere Zivilisation untergegangen ist (und die Weltpolitik arbeitet gerade mit Hochdruck an dieser Aufgabe) wird von uns wahrscheinlich irgendwann nur noch der unverrottbare Plastikmüll übrig sein. Dann schauen wir mal, welches Vermächtnis ich in den letzten Monaten zusammengestellt habe...

Geleert für die Ewigkeit.

Balea Lockenshampoo und Spülung - immer noch top, dank momentanem Haarausfall leider zu reichhaltig. Bin auf Babyshampoo umgestiegen. Bringt zwar nix, dafür seh ich jetzt strohig aus.
Innisfree green tea sheet mask - die feuchtigkeitsspendenden sind die besten.
Max Factor 2000 Calorie Mascara - eingetrocknet. Mein altes Problem: zu viele Mascaras offen.
La Roche Posay Eau minerale - im Sommer eine Wohltat, bekomme ich gerne geschenkt. :-)
Benefit they're real Mascaraprobe - siehe oben. Macht leider die besten Wimpern ever.
Dove Deo Zitronengras - wirkt plötzlich nicht mehr, wird aber an mir und meinem Hormonhaushalt liegen.
Balea Trockenshampoo - uralt und jetzt bäh. Nicht schlecht.
Le petit marseillais Duschcreme Lait - toll im Winter, wurde leider gerade bei dm ausgelistet.
Aveo Nagellackentfernertücher - so alt daß ich noch nicht mal sicher bin ob es die Marke noch gibt. Waren aber gut.
Innisfree konjac sponge - gibts leider nicht mehr, war sehr effizient und sanft. :-(
& other stories bodylotion cotton - habe noch vier auf Lager, so gut ist das Zeug.
Innisfree hyaluronic acid sheet mask - tolle Abwechslung, spendet noch mehr Feuchtigkeit als die klassischen Masken, hält aber nicht so lange an.
Innisfree olive eye cream - sehr reichhaltig, zieht trotzdem sofort ein und irritiert nicht. Wieder ein Grund mehr zu bedauern, daß Innisfree nicht mehr nach Deutschland liefert.
Clarins Augencremeprobe - die Normalgröße kostet ein Vermögen, die Creme schimmert perlmuttfarben, das ist aber auch das einzige Feature daran. Brennt sogar bei gereizten Augen
Innisfree Narcissus Hand Cream - sehr ungewöhnlicher Duft, Pflegewirkung wie immer super.
Lanvin Bodycream - aus einem Hotel in China, könnte also ein Fake sein... roch seltsam.
Catrice Eyebrow Pencil - war eine LE, toller Stift aus gefärbtem Wachs, braucht sich leider extrem schnell auf.

Ich weiß nicht ob man es sieht aber ich versuche auf Teufel komm raus Zeug aufzubrauchen. Bald habe ich ein paar Crememasken leer - hurra! Trotzdem oder gerade deswegen sieht meine Haut so gut aus wie schon lange nicht mehr. Es ist leider wahr - eine Routine hilft sehr.

25. Juni 2018

Same procedure

Der Monat ist noch nicht ganz rum, aber die Gelegenheit für einen Post kommt so schnell nicht wieder daher... Zeit für Müll!

Raus im Juni.

The Ordinary Natural Moisturizing Factors + HA - wie schon gesagt macht The Ordinary sehr gute Produkte, was leider gar nichts bringt wenn sie nur über Telegramm bestellbar sind und per Brieftaube geliefert werden. Ich wöllte nachkaufen aber ich kann nicht!
MOR Correspondence Hydrating Body Lotion Quince Persimmon - super Lotion, zieht schnell ein und riecht nach eingemachtem Obst. Da ich sie aus einem Hotel in Muscat, Oman habe ist ein Nachkauf allerdings mit einigen Hürden verbunden...
The Body Shop Olive Shower Gel Maxi - mein Lieblingsduschgel. Acht Flaschen à 250 ml warten in meinem Schrank auf ihren Einsatz. Acht. Don't judge.
Bioderma pink - der Star des French Pharmacy Hypes darf auch bei mir nicht fehlen. Letzte Instanz wenn das Augenmakeup nicht runterwill oder ich zu müde zum Schlafen bin und das Zeug SOFORT runtermuß.
Innisfree Sheet Mask Green Tea/Aloe Vera - die besten. 
& other stories Bodylotion Fleur de Mimosa - riecht intensiv nach Mimose was ich nicht mag. Was hab ich eigentlich erwartet?
Balea Reinigungsöl - beste. Noch fünf Flaschen im Lager.
CD Deo - meine Wahl für Reisedeos, riecht frisch und nicht zu floral.
Andrea Albrecht Fußpflegecreme - keine Ahnung wo das her ist, war gut, aber zu krautig.
p2 Spa time bathing pearls - hatte ich seit über fünf Jahren, endlich leer.
Bi-Oil - hat in der Schwangerschaft seinen Dienst getan, die Inhaltsstoffe sind aber nicht so prall. Kein Nachkauf, obwohl ich dazu erstmal erneut schwanger werden müßte.
Max Faktor Velvet Volume Mascara - ist eingetrocknet. Kann nicht gut gewesen sein.
Innisfree Olive Gesichtscreme - war toll, Nachkauf ist technisch aber gerade nicht möglich. Ich will eh auf Feuchtigkeitscremes mit LSF umsteigen, da fällt diese hier leider raus.
Origins GinZing - mag ich eigentlich ganz gerne, diese hier hat aber ranzig gerochen als ich sie neulich nutzen wollte. Man sollte einfach nie zu viel Pflege offen haben. Da kein LSF enthalten ist erstmal kein Nachkauf.
Roger&Gallet Body Sorbet Osmanthus Flower - eine Blume die ich auf einer Dienstreise nach Südchina kennengelernt habe und die einen wunderbaren einzigartigen Duft besitzt. Leider habe ich die Lotion zu lange aufbewahrt, sie ist hinüber. Ich Depp.
Peclavus Hornhaut-Reduziercreme - stinkt und tut nicht was es soll. Weg damit!

Es warten schon wieder Legionen von Pröbchen auf mich, pflegetechnisch bin ich in den letzten Wochen etwas eskaliert. Insofern herrscht erstmal Kaufsperre, die verdorbenen Produkte zeigen mir deutlich daß ich mich mehr auf die aktuell in Nutzung befindlichen Cremes und Lotions konzentrieren muß. Ich versuche erst nachzukaufen wenn ich eine Kategorie an Proben komplett aufgebraucht habe, zumindest bei Pflege. Was Makeup angeht leide ich an der gleichen Maßlosigkeit wie viele Frauen, den Kampf muß ich nicht aufnehmen. Man sollte seine Schlachten wählen.

27. Mai 2018

Level up

Einige Worte haben es vom Deutschen in andere Sprachen geschafft, so spricht der Franzose vom Rollmops und Rucksack (wenn auch ohne das zweite k), die englischsprachige Welt vom Zeitgeist und Kindergarten. Wenn es um die Naturwissenschaften geht is ein sprachlicher Exportschlager das Gedankenexperiment, und ein solches setze ich gerade aus der Theorie in die Praxis um.

Man stelle sich folgendes vor: von heute auf relativ bald (sagen wir morgen) verliere ich von meinen gefühlt zehn Kilo Übergewicht ganze elf. Entsprechend ändern sich Konfektionsgröße und Figur. Die Frage lautet: welchen Teil meines Kleiderschrankes liebe ich so sehr daß ich ihn zum Schneider trage um ihn umnähen zu lassen, und welchen entsorge ich?

Ich will keine Diskussion über Körpergewicht lostreten, oder die Sinnhaftigkeit des BMI. Mein Hausarzt und mein Gefühl sagen mir schon lange daß ich zu viel Gewicht mit mir rumschleppe und gesünder und bewußter essen sollte, mit mehr Bewegung und höherer Flüssigkeitsaufnahme. In den letzten neun Monaten habe ich genau dies getan, allerdings nicht für mich sondern für ein kleines Bündel Glück daß gerade neben mir schläft. Meine kleine Tochter.

Und an dieser Stelle wird das Gedankenexperiment Realität, denn ich hatte eine sowohl entspannte als auch völlig ungewöhnliche Schwangerschaft, in der ich kein Gramm zugenommen habe. Klingt komisch, ist aber so: nach der Geburt war ich plötzlich neun Kilo leichter, nach ein paar Tagen Stillen hat sich mein Gewicht nun auf elf Kilo minus eingependelt. Und die verteilen sich gut, mein Bauch ist noch etwas weich, ansonsten ist aber alles geschrumpft: Beine, Arme, Bauch auch, selbst mein Gesicht ist schmaler geworden. Kurz, ich sehe aus wie zu Beginn des Studiums. Kinder kriegen als Jungbrunnen. Sachen gibts.

Jetzt stehe ich vorm Kleiderschrank und nix passt, respektive die "schmalen" Hosen sind jetzt bequem und alles andere rutscht mir vom Hintern. Ich habe nach wie vor kein Untergewicht, aber wenn man eine bis zwei Größen zu groß trägt sieht man automatisch etwas ausgemergelt aus. Ich habe noch nie im Zusammenhang mit meiner Person das Wort "Hungerhaken" gehört, diese Woche hat sich das geändert. Vorteil: ich darf und muß Klamotten shoppen. Nachteil: ich muß Klamotten shoppen.

Machen wir also das Beste draus und gehen die ganzen Bretter, Stangen und Schubladen nochmal durch. Marie Kondo fragt, ob ein Teil Freude erzeugt wenn man es anfasst, das ist ihr Kriterium für die "keepers". Mein Ansatz geht einen Schritt weiter: gebe ich nochmal Geld aus um das ändern zu lassen oder nicht? Meine Strategie sind im Moment drei Haufen (ich arbeite gern mit Listen, Haufen und Flußdiagrammen):

- oh mein Gott auf keinen Fall kann ich drauf verzichten das kommt sofort zum Schneider
- brauch ich gerade nicht, sollte ich mal aufbewahren weil ich eventuell ja doch wieder zunehme
- meh

Der dritte kommt natürlich gleich weg, der zweite wird in Kisten verpackt und der erste kommt zum Schneider. Ich überlege wieviele "zu groß"-Kisten ich anlege, zu viele dürfen es nicht sein...

"Haben Sie die Person erkannt?" - "Nein, sie hat eine Maske getragen."

19. April 2018

Bestandsaufnahme

Die Zeit verfliegt wenn man zu viel zu tun hat, und an letzterem ist man immer selbst Schuld. In meiner Jugend habe ich die naive Meinung vertreten daß Zeitmanagement und Arbeitsstruktur Dinge sind, die man spätestens im Studium lernt bzw. sich selbst aneignet. Selten so gelacht. Nerven aus Stahl und eine gewaltige Toleranz gegenüber Überlastung sind eher was ich aus den Jahren an der Universität mitgenommen habe. Das war die richtige Grundlage für den Jobeinstieg, denn mein Arbeitsalltag hat sich sehr schnell, wie der vieler Menschen, zu einer Art Chaosmanagement entwickelt. Soll heißen: ich hab immer zu viele Aufgaben, zu viel Verantwortung, zu wenig Information und zu wenig Zeit, aber schaffe es trotzdem die meisten Projekte ins Ziel zu tragen. Eine Weile lang fühlt man sich als Held der Arbeit und denkt daß man mit mehr Erfahung und Struktur den Dingen Herr wird. Aber die Dinge werden immer mehr und so zum Herren über einen selbst. Wer viel und gut arbeitet bekommt - wer hätte es gedacht - mehr Arbeit.

So merkt man kaum daß man immer mehr in eine Routine driftet die der eigenen Seele keine Luft mehr zum Atmen lässt. Morgens aufstehen, über die Arbeit nachdenken, zur Arbeit fahren, arbeiten, heimfahren, über die Arbeit nachdenken, noch was essen, zwei Stunden lang versuchen an etwas anderes zu denken, schlafen gehen. Repeat. Fünf Tage die Woche. Am Wochenende schlafen, den Haushalt erledigen, Zeugs besorgen (allein schon Lebensmittel einkaufen ist samstags eine high level task) und privaten Papierkrieg beackern. Kennt jeder, und so vergehen die Wochen, Monate, Jahre. Wo bleibt die Kreativität?

Ohne Energie und Muße ist es schwer, kreativ zu sein. Insofern kann ich leider kaum Neues bieten, denn ich bin ganz offen, ich habe nichts. Nur die immer wiederkehrenden Empties-Posts, die ich selbst bei anderen so gern lese und die dankenswerterweise ein Minimum an Einfallsreichtum benötigen um unterhaltsam zu sein. Nach diesem Seelenstriptease deshalb jetzt der Schwung zum Profanen.

Be gone.

Tetesept für mich Schaumbad - im Winter bin ich ein Riesenfan meiner Badewanne, und die Bäder von Tetesept machen einen sowohl feinen als auch stabilen Schaum. Wie genau Feigenmilch und Andenbeere riechen läßt sich schwer beschreiben, süßlich-einladend vielleicht. Kommt im nächsten Winter höchstwahrscheinlich wieder zum Einsatz.
Balea Trockenshampoo - wer sich ein wenig auskennt sieht sofort daß die Dose uralt ist, das Design hat dm vor über zwei Jahren geändert. So lange hält das Zeug wenn man es selten nutzt. War gut, tut dasselbe wie seine Markenkonkurrenten von batiste und hält wie gesagt ewig.
Balea Lockenshampoo und -spülung - laaangweilig, da schon hundertmal nachgekauft.
Dove go fresh Deo Grapefruit Zitronengras - dito.
Jean & Len Alchimist hand soap rosemary & ginger - eine schlaue Alternative für alle die eine stylische Handseife im Bad / Gästebad wollen, nicht aber bereit sind für ein Aesop-Produkt 40€ auszugeben und zudem eine Plastik- statt Glasflasche haben wollen. Die Handseife kostet zwar immer noch stolze 5€, hält aber wirklich lange und riecht sehr männlich/intensiv. Momentan wartet die Variante rhubarb & raspberry auf ihren Einsatz.
Kiehl's Amino Acid Shampoo & Conditioner - krasses Zeug, riecht gut und pflegt die Haare wirklich intensiv. Aber: wer gibt denn 20€ für einen Viertelliter Shampoo aus?
Origins Ginger burst Duschcreme - der Duft erinnert an Gingerale und macht wirklich Spaß, die Tube braucht sich aber viel zu schnell auf als daß ich zum Preis von 23€ ernsthaft darüber nachdenken würde das Zeug nachzukaufen.
alverde Körperbutter cranberry & macadamia - war gut, aber auf Dauer zu süßlich. Die Creme pflegt schön, benötigt aber etwas zu viel Zeit um einzuziehen. Und gerade im Winter steht man nicht gern im Bad rum und wartet darauf, zu trocknen.
H&M Revelation body oil - noch zur Zeit des H&M Beautyhypes gekauft, hat es sich entschieden zu lange gehalten. Was habe ich mir dabei gedacht, eine Riesenflasche Körperöl mit Weihnachtsduft zu kaufen?
The Body Shop Frosted Plum Duschgel und Körperpeeling - toller Duft, erinnert wirklich an Zwetschgen und Zucker. Das Peeling ist mir allerdings zu lasch, das gilt für alle Peelings von TBS. Lieber die Alternative von & other stories oder Rituals. 
The Body Shop Almond Milk & Honey Duschcreme und Bodybutter - riecht wie es heißt, wunderbar bei Temperaturen unter Null, wenn es wärmer wird geht einem der süßliche Duft aber auf den Wecker. Nett zum Verschenken im Winter, eine Fullsize brauche ich aber nicht.
Clinique 7 day scrub - klassisches Körnerpeeling, sehr sanft und trotzdem gründlich. Bekomme ich immer als Probe, daher noch nie gekauft. Zwei kleine Tuben habe ich noch im Lager, zur Zeit nutze ich aber lieber Fruchtsäurepeelings.
Douglas ultimate shine shampoo - wurde immer als Reisegröße genutzt und ist jetzt endlich leer. Joa, passte so. 
Clarins Hydra Quench Cream Melt - ich weiß es gibt viele die auf Clarins stehen, ich mag ihren Lippenbalsam. Das wars dann aber auch. Entweder war die Probe zu klein als daß ich einen Effekt hätte merken können oder ich bin zu blöd für Clarins.
Dresdner Essenz Sprudelbad Harmonie - hat nicht wirklich gesprudelt und meine Haut ausgetrocknet, ich bleibe lieber bei Schaum- oder Ölbädern.
innisfree Tuchmasken Reis und Rose - immer noch die besten, leider nutze ich sie viel zu selten. Mit Schrecken habe ich festgestellt daß innisfree seit kurzem nicht mehr nach Deutschland versendet - aber in jedes andere europäische Land. Was soll das denn???
Catrice Tinted Lip Balm - unfaßbar daß ich einen Lippenstift aufgebraucht habe, aber ich will auch nicht wirklich schreiben wie alt er ist...
Sleek Augenbrauenstift dark - die Dinger brauchen sich immer schneller auf, wie kann das sein? Eine gute Option im Mittelpreissegment, vor allem der Rausdreh-Mechanismus ist sehr angenehm, da man ohne Anspitzen auskommt. Schon nachgekauft.
Catrice Augenbrauengel - aus der 50s-LE, man beachte wie alt das Ding ist...
Clinique high impact mascara - die allgegenwärtigen Proben. Dank ihrer muß ich die kommenden vier Jahre keine Mascara mehr kaufen.

21. Januar 2018

Alive and kicking the waste out

New year, new me - nein danke, ich bin mit der alten Version zufrieden. Sogar Apple und die Helden wissen, daß ein Upgrade nicht immer Verbesserung bringt, also warum nicht bei dem bleiben was sich bewährt hat? Kleine Experimente natürlich ausgeschlossen.

Große Erkenntnisse gibt es so leider nicht zu entdecken, nach langer Abstinenz kommt stattdessen mal eine kleine Bilderflut weil ich in Kategorien unterteilt habe. Curb your enthusiasm, es ist leider trotzdem alles nur Müll. ;-)

Die Drei aus der Dusche/Badewanne

tetesept Schaumbad Winter Pflaume warmer Pfeffer - riecht wirklich nach Pflaume, ist schön lila und macht tollen zarten haltbaren Schaum (so viele Adjektive). Der Pfeffer ergänzt eine Wärme, keine Schärfe, in Summe mein liebstes Schaumbad für den Winter. Ich habe gehortet.

Weleda Lavendel Entspannungsdusche - eine Duschcreme die mein "staple" ist, immer eins im Schrank und wenn sie leer ist fehlt etwas. Lavendel hat einen extrem entspannenden Effekt auf mich, und die Creme trocknet die Haut tatsächlich nicht aus.

Origins Duschgel Ginger Burst - hat tatsächlich die Schärfe von Ingwer und den intensiven Geruch, schäumt so mittel und ist schnell leer. Sicher ein luxuriöses Geschenk, das man sich nie selbst kaufen würde, denn 25,50 € für 200 ml Duschgel ist total gesponnen.

Was man sich drauftut.

alverde Körperlotion Bio-Olive Bio-Aloe Vera - immer wenn ich mich auf Codecheck verirre bekomme ich ein schlechtes Gewissen ob meiner Lieblingslotions und Körperbuttern und beschließe, etwas Schadstofffreies (drei f!) für meine Hautpflege zu besorgen. Immer lande ich im dm, immer ist es irgendwas von alverde was einigermaßen ok riecht und immer nervt mich dann die lange Einziehzeit. Manche Dinge ändern sich nicht. Bis zur nächsten Runde.

Balea After Shave Pflegegel Sensitiv - weiß nicht warum das Zeug sich Gel nennt, es ist eine leichte Creme die den Job tut und günstig ist. Sollte ich wieder nachkaufen, aber alles was keine echte Leidenschaft entfacht wird gerne vergessen.

Biotherm Eau d'energie Lait de Corps - hat erstaunlich lange durchgehalten, die Probe habe ich vor Jahren irgendwo dazubekommen und einfach nicht aufgebraucht gekriegt. Der Duft ist wirklich toll, sowas würde ich mir schenken lassen, aber um die 20 € für 200 ml... das alte Lied.

The Body Shop Frosted Plum Body Butter - Teil eines Geschenksets und Grund warum ich TBS liebe. Der Duft war toll, nicht aufdringlich, aber ein wenig pflaumig und frisch, die Butter zieht schnell ein und pflegt den ganzen Tag. Mal sehen ob ich mir mehr davon hole.

Soap & Glory The rightious butter - das ist eines der Produkte von dem man nach einer Weile eine Pause braucht. Zuerst verliebt man sich in den Geruch, die Pflege ist auch ganz toll, nach ein paar Tagen wird das Parfum aber unterträglich süß. Schwierig, ich denke ich bleibe lieber bei meinen dezenten Noten.

Bleu Kelsch crème corps - eine seltsam kräuterig-lavendellastige Körpercreme aus einem kleinen Hotel in Strasbourg. Mochte ich sehr, hat mich an die paar Tage letzten Januar erinnert, war insofern sehr haltbar, darf jetzt aber auch gehen.

Original und Substitut.

Dove Deos go fresh Grapefruit Zitronengras und Granatapfel Irgendwasanderes
- dm führt mein Lieblingsdeo nicht mehr und ich mußte Ersatz mitnehmen, der mich sowohl in Leistung als auch Ergiebigkeit enttäuscht hat. Nein, die blöden komprimierten Deos haben nicht soviel Inhalt wie die großen und ich mag sie nicht!

Für das Antlitz.

Balea Reinigungsöl
- noch sieben Flaschen im Bunker. Beschte.

Rival de Loop Fruchtsäurepeeling - war eine Weile lang der totale Hype, macht seinen Job auch gut, aber ich mag den Konjac-Sponge von Innisfree lieber und muß mir auch keine Sorgen machen das Zeug zu lange auf der Haut zu lassen.

Weleda Coldcream - zu wenige harte Winter in den letzten Jahren haben diese Creme unbemerkt von mir vergammeln lassen, was eine Sünde ist weil sie a) teuer ist b) gute Naturkosmetik und c) in der Kälte hervorragend wirkt. Asche auf mein Haupt.

The Ordinary Hyaluronic Acid - geiles Zeug, hat nur drei Haken: die Haut auf meiner Nase hat es nicht vertragen was in einer roten Nase resultierte, man bekommt die Flasche nicht voll entleert und The Ordinary ist es anscheinend egal ob Kunden in Deutschland an ihr Zeug kommen. So gut war es jetzt auch wieder nicht.

Basics.

L.O.V. Concealerpen
- war zu dünn oder, wie meine Visagistin sagte, zu weich. Etwas mehr Deckkraft wäre schön gewesen, dafür trocknet er die Haut nicht aus und kriegt nicht in die Falten.

Maybelline Fit me Concealer in 10 und 15 - noch nicht leer aber abgefressen und unhygienisch, da könnte sich Maybelline mal was besseres einfallen lassen. Ich hab einen neuen schon im Einsatz, deckt gut und trocknet nicht aus.

Lancôme Hypnôse Star - jetzt habe ich aber eine Weile nach dem ô gesucht... war super, wirklich toll. Hat meine Wimpern aufgefächert, tief schwarz gefärbt, verlängert und den ganzen Tag gehalten ohne zu schmieren. Aber ich kann mich nicht dazu überwinden 25€ für einen Mascara auszugeben.

Clinique Quickliner for Eyes Intense brown - hat lange gehalten, muß nicht angespitzt werden, ist aber ziemlich wenig Produkt für den Preis. Außerdem schmiert er manchmal auf das obere Augenlid, deshalb erstmal kein Nachkauf.







22. Oktober 2017

Müllionäre

Auf
auf und auf
lasst uns von Tonne zu Tonne eilen
wir wollen dem Müll eine Abfuhr erteilen.

Frei nach Heinz Erhardt, dem traurig-komischen Alltagspoeten den die Welt heute eigentlich dringend braucht um sie an ihre eigene Trivialität zu erinnern, geht heute mal wieder eine kleine Tüte voll Abfall aus dem Haus und erhält vorher ihren Abgesang.

Weg im Oktober

Weleda Sanddorn Körpermilch - wenn ich auf Reisen gehe und zu faul bin meine Bodylotion umzufüllen oder mit der aktuellen Version gerade nicht zufrieden schnappe ich mir gern diese Probegrößen bei dm. Leider sind vor allem die Weleda-Minis extrem überteuert, aber oft haben sie eine richtig gute Qualität. Das gilt auch für die Körpermilch mit Sanddorn, ich liebe diesen Duft im Herbst und Winter und kann nur Gutes berichten: angenehme Konsistenz zwischen Milch und Lotion, zieht wirklich schnell ein und pflegt einen ganzen Tag lang. Beim nächsten Gang in die Drogerie meines Vertrauens kommt die Fullsize ins Haus
& other stories Flanell Body Lotion - einer meiner ewigen Lieblinge, duftet pudrig-elegant-sauber und ist sehr ergiebig. Vor ein paar Wochen folgte ich mal wieder einem Werbelink im Newsletter, und im Zuge des August-Sommersales war die Lotion auf 6 € die Flasche reduziert. Ich bin ein bißchen durchgedreht und habe fünf Flaschen gehortet. Don't judge.
Clinique Chubby Lash Mascara - hat eine Riesenbürste was für Schminklegastheniker wie mich ein Problem darstellt. Ich verstehe das Marketingkonzept dahinter, aber für mich klappt es nicht. Außerdem schmiert die Wimperntusche, zumindest auf meine Unterlider. Nope.
Limettenduschgel noname - bin froh daß es leer ist, war nicht so gut gemacht und roch nach Klostein.
Le petit marseillaise shampoo séve d'olivier - war als Ablenkungsmanöver für meinen Mann gedacht, der immer mein Shampoo klaut wenn seines leer ist und er zu gestresst (=faul) ist ein neues aus dem Badschrank zu holen. Hat offensichtlich nicht so funktioniert, mein Balea-Lockenshampoo wurde immer leichter und hat den Kontakt zur -> Spülung verloren. Das Olivenshampoo roch wirklich gut und hat auch schön sauber gemacht, das Haar hatte danach aber eine Haarmilch nötig da es etwas strohig wirkte.
Dove go fresh Deo - mein Lieblingsdeo, mit Schrecken habe ich festgestellt daß Dove eine neue Variante rausgebracht hat. Riecht leider nicht mehr so intensiv nach Grapefruit, ist aber auch ganz gut und bereits im Einsatz. Nachkauf also technisch leider nicht machbar. Der Nachfolger hat aber lobenswerterweise kein Aluminium auf der Inhaltsstoffliste.
Balea Lockenspülung - immer und immer wieder. Wenn mein Mann sie nur im gleichen Maßstab klauen würde wie das Shampoo...

7. Oktober 2017

Stolze Rabenmutter

Ach, Deutschland - Du Hort der Menschen, die meinen sie müssten anderen vorschreiben wie sie zu leben haben. Das fängt bei Kehrwoche und Nachtruhe an (beides in Grenzen sehr sinnvoll!) und hört bei der Kindererziehung lange nicht auf. Gehst Du nicht arbeiten wenn Du Kinder bekommst bist Du gern mal ein Sozialschmarotzer, aber noch viel schneller gilt frau als Rabenmutter wenn sie sich erdreistet zu bald (was heißt das eigentlich) in ihren alten Beruf wiedereinzusteigen. Womöglich auch noch zu 80% oder - Schock - Vollzeit!

Da hat der deutsche Staat ja vorgesorgt, Betreuungsmöglichkeiten sind rar gesät und so dermaßen teuer daß sich frau wirklich gut überlegen muß, ob sie wieder schaffen geht. Schließlich ist sie tendenziell schlechter bezahlt als ihr männlicher Gegenpart, und den Anspruch auf Rückkehr in Vollzeit nach Teilzeit hat die letzte Regierung elegant unter den Tisch fallen lassen...

Also ist es leichter nachzugeben und zu versuchen, es "den Leuten" recht zu machen. Oder? Eine Freundin hat folgenden Artikel der Huffington Post geteilt, der in schöner wissenschaftlicher Manier mit jeder Menge Quellenangaben auflistet, warum Kinder von einer frühen Rückkehr der Mutter in den Beruf profitieren:

http://www.huffingtonpost.de/2017/10/06/berufstaetige-muetter-effekt-kinder_n_18201968.html?ncid=fcbklnkdehpmg00000002

Darin wird die stockkonservative Konrad-Adenauer-Stiftung zitiert, die zum gleichen Schluß kommt wie der Artikel. Hier ihre Studie:

http://www.kas.de/wf/doc/kas_42829-544-1-30.pdf?170927090705


Unterm Strich fühle ich mich in meiner Haltung bestätigt: macht was ihr für richtig haltet und laßt euch nicht von "den Leuten" Scheiße einreden. Noch bin ich nicht in dieser Lebensphase angekommen, aber sobald es soweit ist und jemand nimmt es sich raus, mich als Rabenmutter zu bezeichnen, wird er feststellen daß ich über zwei schnelle Mittelfinger verfüge.

3. Oktober 2017

Kill your darlings Part 1: Origins Plantscription

Seit August befinde ich mich im absoluten cold turkey was Kosmetik und Klamotten angeht. Sagen wir, es gibt Gründe die über den Wunsch nach Konsumstop und simplify your life hinausgehen - bis heute schlage ich mich wacker.

Nun ist dem Menschen der Wunsch nach Neuem und Ablenkung und Brot und Spielen schon seit dem Altertum tief eingepflanzt, was in Zeiten der freiwilligen Einschränkung die Schwierigkeit aufwirft wie man sich selbst bei Laune hält. Denn Shoppen ist nicht. Wie also den Spieltrieb befriedigen? Die Antwort sind Pröbchen.

Aus meinen konsumfreudigeren Zeiten stammt eine Sammlung die wahrscheinlich ihresgleichen sucht. Ich bin nicht stolz darauf, ist doch jede Zugabe an einen Kauf gekoppelt gewesen und mag diesen erst rechtfertigt haben. Man hat sozusagen nicht nur die überflüssigerweise angeschaffte Hauptware als ständige Erinnerung der eigenen Willensschwäche vor Augen sondern auch noch Horden von kleinen Flaschen, Tuben, Tüten und Dosen.

So mache ich aus der Not eine Tugend und der Armada an Testgrößen den Garaus, denn für die nächsten paar Monate sind die gern gehorteten Proben meine Ablenkung und mein Forschungsobjekt. Anfangen werde ich mit Origins. Behold:

Nur ein Teil des Problems.

Man halte sich vor Augen: das sind alles Zugaben. Keine einzige gekaufte Hauptware. Ich habe den Gesamtwert mal abgeschätzt und bin auf über 120 € gekommen. Nice.
Da ich nicht alles durcheinander und auf einmal testen will habe ich mir eine Reihe rausgesucht, wie schon im Titel erwähnt die Plantscription-Produkte. Aus meiner Sammlung sind das ein Reiniger, eine Augencreme und ein Serum.

Plantscription - für die ältere Originskundin.

In der Einzelkritik sieht das dann folgendermaßen aus:

Plantscription Anti-aging cleanser - Moment, wie soll ein Reiniger denn eine Anti-Aging-Wirkung haben? Ich dachte das Produkt soll sauber machen und nicht jünger bzw. weniger alt. Allgemein habe ich ja ein Problem mit Anti-Aging-Produkten, weil sie a) keinerlei Wirkung haben und das wissenschaftlich belegt ist und b) das Altern verteufeln. Der Reiniger an sich macht sauber, trocknet aber auch aus. Mir zu aggressiv. Was an trockener Haut jugendlich sein soll hat sich mir auch noch nicht erschlossen...
Plantscription Anti-aging Eye Cream - gleiche Kritik an Grundgedanken. Die Creme hat eine feine Konsistenz, kriecht mir allerdings in die Augen und ist nicht reichhaltig genug für meine trockenen Lider. Eine schwache Leistung bei stolzen 51 € für 15 ml - WTF? Da sie aber zur Zeit ausverkauft ist scheint es eine Zielgruppe zu geben.
Plantscription Anti-aging Serum - wurde inzwischen durch das Plantscription Anti-aging Power Serum ersetzt das wahrscheinlich eine noch stärkere Anti-aging Serumskraft hat. Da aber auch ein Vielfaches von Null lediglich Null ergibt kein Produkt, welches ich jemals anschaffen würde. Außerdem hat es eine häßliche gelbe Farbe.

Leider keinen Schatz bisher gefunden, die Suche geht weiter. Auf daß mein Badezimmerschrank sich leere...

18. September 2017

Der Platz der Frau

Seit Tagen denke ich immer wieder darüber nach, und je näher der nächste Sonntag rückt desto mehr Platz nimmt das Thema in meinen Gedanken ein. Es geht um die Wahl. Es geht um unsere Zukunft. Es geht um meine Stimme.

IMAGE: HAYLEY GILMORE

Bleiben wir neutral: jeder kann wählen wen er will. Jeder kann entscheiden ob er wählen geht oder nicht. Das ist Demokratie. Dieses Recht gibt es für jeden in unserem Land, wenn auch für uns Frauen erst seit 99 Jahren.

Und jetzt werden wir persönlich, denn ich möchte meine Meinung teilen. Nicht zu den Parteien, denn wen ich wähle ist meine Privatsache. Sondern zu den Fragen die ich mir stelle.

Welche Frau wählt eine Partei, die ihr vorzuschreiben wagt ob und wie viele Kinden sie bekommt? Die ihr überhaupt etwas vorzuschreiben wagt? Warum sollte ich demjenigen meine Stimme geben, der die Ansicht vertritt Frauen seien sowas wie Bürger zweiter Klasse und hätten bestimmte Aufgaben zu übernehmen nur weil sie Frauen sind? Was sind "naturgegebene Unterschiede" zwischen Mann und Frau? 

Warum diskutieren Männer mit schwindendem Haaransatz über das Recht auf Abtreibung?

Glaubt wirklich irgendjemand daß die Sicherheit des Einzelnen erhöht wird wenn an allen öffentlichen Plätzen Kameras mit Gesichtserkennung hängen? 

Wie soll ein Mensch sich eine sichere Zukunft aufbauen können wenn seine Arbeitsverträge zeitlich begrenzt sind? Eine Familie läßt sich nicht finanzieren wenn man alle 12 oder 24 Monate wieder vor dem beruflichen Aus steht. Das ist keine freie Marktwirtschaft, das ist Erpressung des Arbeitnehmers.

Warum soll ich Zinsen aus meinem Kapital noch einmal versteuern? Das ist MEIN Geld. Wenn ich es schon schaffe etwas zur Seite zu legen gehört das mir allein.

Die Punkte sind aus den Wahlprogrammen aller großen Parteien entnommen, wie man sieht habe ich mit jeder einzelnen ein Problem oder zumindest meine Zweifel, wie sie das, was sie mir als Wähler versprechen, umsetzen oder finanzieren wollen. Trotzdem muß ich am Sonntag mein Kreuzchen machen. Noch habe ich sieben Tage, um mich mit meiner Entscheidung zu beschäftigen und gut zu überlegen. Sie machen es mir nicht leicht, aber nichts was sich zu haben lohnt fällt einem einfach in den Schoß.

Nicht zu wählen ist übrigens keine Option. Das sollte es auch für euch nicht sein. Werft einen Blick in die Geschichte. Wie viele Menschen sind gestorben für unser Recht, frei unsere Stimme abgeben zu dürfen. Und jeder, der sagt, seine Stimme würde auch nichts ändern, der sei gefragt warum er morgens noch das Bett verlasse wenn er sich und seine Rechte so geringschätzt.

Fakt ist: es ist beschissen anstrengend und nervig, sich eine Meinung zu bilden und zu entscheiden, wem man seine Stimme geben möchte. Vielleicht trifft man nicht die perfekte Wahl. Vielleicht vertritt die Partei, die meine Stimme erhält, nur zu 70% meine Interessen. Oder zu 50%. Oder sie setzen noch weniger von dem um was mir wichtig ist.

Aber wenn ich nicht wähle werfe ich meine Stimme weg. Meine Rechte. Meine Zukunft. Denn dann gewinnen die Arschlöcher. Die sich gern als Protestwähler bezeichnen, um nicht für ihre Überzeugung einstehen zu müssen.

Geht wählen. Gerade weil es die Regierung und die Parteien uns so verdammt schwer machen. Wir haben beide nicht verdient, wir haben etwas besseres verdient. Aber wir müssen dafür kämpfen. Unser Platz am Sonntag ist in der Kabine.





20. August 2017

Das Gegenteil von Shopping

Long time no read.

Tja, was soll ich sagen - meine Null-Konsum-Devise habe ich in den letzten zwei Monaten nicht zu 100% durchgehalten, aber zu gut 80%. Mein Ziel war kein meßbares, also sind die 80% mit dem Bauch geschätzt, und ich bin zufrieden.

Ein weiterer Indikator ist die Menge an aufgebrauchten Kosmetikprodukten, die ich in den letzten Wochen angehäuft habe. Kommt nichts Neues rein ist man eben motivierter, das Vorhandene zu nutzen und stellt fest, daß so eine Flasche Bodylotion tatsächlich nur zwei Monate ausreicht. Solange man nicht drei bis vier Nebenflaschen (side bottles) hat...

Soon.

Clinique Eye Depuffing Gel
Uralt. Hält ewig. War gut. Jetzt leer. Schön.

Balea Reinigungsöl
Ich habe das Gefühl daß es nicht mehr so gut reinigt. Da ich aber in einer Art Panikattacke damals 8 Flaschen auf einmal gekauft habe weil das Gerücht umging, dm würde das Zeug auslisten, haben sich wohl eher meine Ansprüche geändert. Blöd daß ich so viel gebunkert habe.

ebelin Nagellackentferner mit Mandelduft
Riecht tatsächlich nach Mandel und ein wenig Chemie, tut seinen Job und ist recht sparsam im Verbrauch. Was mich mehr beeindruckt ist die Tatsache daß ich wohl in diesem Jahr recht häufig meine Nägel lackiert habe.

Dove go fresh Deo Zitrone und, in klein, Pfirsich
Mein Lieblingsdeo und der Notkauf, da besagtes Lieblingsdeo aus war. Merke: immer eine Flasche Deo im Lager haben und keine Kompromißkäufe!

alverde Körpercreme Aprikose
Hat Feuchtigkeit gespendet, war aber dickflüssiger als ich es mag. Zog auch nicht schnell genug ein. Ich hasse es, mich morgens einzucremen, und da will ich nicht auch noch sinnlos im Bad stehen und warten bis das Zeug eingezogen ist. Roch aber gut und hat wohl tolle Inhaltsstoffe. Kommt mir trotzdem nicht mehr ins Haus.

Balea Lockenshampoo
Wenn mein Mann mir mal rechtzeitig Bescheid geben würde daß er kein Shampoo mehr hat anstatt meines zu klauen bis es mir auffällt weil die Spülung noch fast voll ist während mein Shampoo schon beinahe leergeht würden hier zwei Tuben liegen. Isch beschte.

Naturals Caring Body Lotion Olive Zitrone
Extrem geiles Zeug. Riecht toll, flüssige Konsistenz, zieht sofort ein und spendet wirklich den ganzen Tag Feuchtigkeit. Ist leider irgendwie schwer zu kriegen. Werde ich aber nachkaufen.

Aderma Rheacare Eyecream
Habe ich am Ende als Allzweckcreme benutzt. Für meine trockenen Augenlider nicht reichhaltig genug.

innisfree skin clinic mask hyaluron und collagen
Kann ich beide nur empfehlen! Ich finde die "normalen" Tuchmasken schon toll, diese beiden pumpen nochmal extra viel Feuchtigkeit in die Haut. Ich denke man merkt daß ich mit trockener Haut zu kämpfen habe.

& other stories Body Scrub Couture Carnival
War mir zu süß und ich bin froh daß es aufgebraucht ist. Hat auch nicht viel getan, irgendwie.

innisfree green persimmon Tuchmaske
Genauso gut wie der Rest, kann ich nur empfehlen.

Avène Eau thermalée
Wasser aus der Sprühdose. Nichts fühlt sich im heißen Sommer luxuriöser an. Eine Art Handtaschendusche.

Sleek Eyebrow Pencil
Neu entdeckt, schon aufgebraucht und nachgekauft. Ich denke die Suche hat ein Ende.

Max Factor 2000 Calorie Mascara
Mein Favorit, nach wie vor. Ich brauche jetzt aber erstmal meine Sammlung von 21 Mascaraproben auf. Ja, 21. In Worten einundzwanzig. Wie konnte das passieren

CV Hyaluronsäure-Ampulle
Kann man je zu viel Feuchtigkeit haben? Nein, bzw. ja, denn der Inhalt der Ampulle ist leider zu viel für eine Anwendung. Ich steh nicht auf scharfe Glaskanten im Bad. Wird nicht nachgekauft, habe eine Alternative gefunden. Wirkte aber gut.


Freu ich mich drauf das Zeug jetzt wegzuwerfen...

4. Juni 2017

Stete Verfolger

...

Überall
umgeben sie Dich
umzingeln sie Dich
berieseln und umringen Dich -
die hartnäckigen Verfolger
die säuselnden Verführer
die ehrlichen Empfehler
die freundlichen Fremden
welche Dir doch nur etwas verkaufen wollen.

In jedem Blog, auf jedem Instagram-Account, auf jedem Youtube-Channel, in den Pop-Ups und den Side-Ads warten sie: sponsored posts, personalisierte Werbeanzeigen, Dinge die ich irgendwann man angesehen habe, in einen virtuellen Warenkorb gelegt habe, welche Menschen gekauft haben die wie ich permanent beschattet werden wenn sie zum Laptop greifen. Die nervige Verkäuferin, von der wir nie wußten ob sie dringend ihre Prämie will oder vermutet einen Ladendieb zu observieren konnte man noch abhängen oder verscheuchen, die Bots sind schwerer loszuwerden.

Wie leicht wir zu beeinflussen sind ist kaum zu überschätzen. Vor ein paar Wochen habe ich versehentlich einen falschen Namen in einen Newsletter eingetragen als ich ein Geschenk online bestellt habe. Der Shop, den ich selbst gern mal durchstöbere, schickt mir seitdem Newsletter mit der falschen Anrede.
Und siehe da: kaum werde ich nicht mehr mit Vornamen angesprochen lese ich die Inhalte mit ganz anderem Vorzeichen. Die ganze Mail klingt wie ein leicht zu durchschauender Versuch, dieser mir unbekannten Person etwas zu verkaufen. Und genau das ist es ja auch: ein Lockmittel für Dinge, die man nicht braucht aber dann doch haben will, weil sie so schön aussehen, man sich belohnen will, die Fotos mit glücklichen Menschen ein Versprechen transportieren, es 15% Rabatt gibt und man sich so lange nichts mehr gegönnt hat...

Ich könnte kotzen.

Danach surft man durch den Shop, um ja nichts zu verpassen oder auf den Mindestbestellwert zu kommen oder weil man doch dieses tolle Set noch obendrauf bekommt wenn man 20€ mehr ausgibt. Eine halbe Stunde. Eine Stunde. Und klickt brav auf den "Zahlungspflichtig bestellen"-Knopf wenn man endlich fertig ist. 

Was bekomme ich? 
Dinge die ich nicht brauche und die Platz einnehmen, den ich für anderes benötige, ein schlechtes Gewissen wenn ich sie in die Hand nehmen und ein noch schlechteres, wenn ich sie irgendwann wegwerfe.

Was verliere ich?
Geld, was sehr ärgerlich ist in Zeiten der permanenten wirtschlaftlichen Unsicherheit, in denen niemand mehr in seinem Unternehmen alt wird und die Löhne seit den neunziger Jahren nicht man annährend so gestiegen sind wie die Lebenshaltungskosten. Mein Vater konnte mit einem Vollzeigjob noch locker eine fünfköpfige Familie ernähren und ein Haus kaufen. Ich zahle bis ins Rentenalter an meinem ab und trage nur die Hälfte zu unserem Einkommen bei. Die Pointe ist: ich habe einen Doktortitel in Naturwissenschaften und arbeite 45 Stunden plus im mittleren Management.
Zeit, was noch viel schlimmer ist, denn die habe ich kaum (siehe Arbeitszeit, dazu kommen noch über acht Stunden Pendeln jede Woche). Und schließlich weiß man nie, wann man keine Zeit mehr hat weil alles endet.
Die Achtung vor dem eigenen Selbst. Jetzt ist man so clever, so erwachsen, hat so vieles gesehen und gelernt, seinen eigenen Kleiderschrank ein Jahr lang mit Argusaugen beobachtet und fällt immer noch auf die plumpesten Tricks rein. Weil man müde ist. Weil man ein Stück Glück kaufen will. Nicht, daß ich ein unglücklicher Mensch bin. Aber wie Pawlows Hund läuft mir auch das Wasser im Mund zusammen, wenn irgendwer das Glöckchen klingeln läßt.

So konditioniert sind wir wahrscheinlich alle, nur stört es uns nicht sehr oder nicht oft. Mich hat es auch nur ab und zu gestört, bis mir bewußt geworden ist wie konditioniert ich doch bin.
Und da kommt der Punkt an dem ich nicht mehr mitmache. Und seis nur des Prinzips wegen.

Man sagt was Dich nicht umbringt macht Dich stärker. 
Ich sage: bring um was Dich nicht stark macht.

Das Jahr hat noch sieben Monate, und das ist eine gute Zeit. Meine Schränke und Schubladen sind gefüllt, ich bin gewappnet. Dieses Jahr kaufe ich nichts mehr. Keine Kleidung, keine Accessoires, kein Makeup. 

Das schreit nach grandiosem Scheitern, aber wer's nicht versucht kann's auch nicht schaffen. Statt darüber zu schreiben was ich gekauft habe und wie es mein Leben erleichtert oder bereichert oder blabla und warum diese Mascara doch der heilige Gral ist oder diese Schuhe so toll zu allem passen oder diese Jacke das Must-have ever darstellt möchte ich lieber darüber schreiben, warum ich Zeit für etwas aufgewendet habe um mich dann letzten Endes dagegen zu entscheiden. Vielleicht interessiert es ja jemanden, vielleicht fliege ich sofort auf die Schnauze, vielleicht versandet das Vorhaben sofort wieder. Aber probieren will ich es. Hoffen wir auf einen Lernprozeß.

30. April 2017

Dafuq did I just watch?

Manchmal, nicht sonderlich oft, schnappe ich irgendwo ein Lied auf. In einem Youtube-Video, im Radio oder vorgeschlagen auf meiner Spotify-List. Die Melodie spielt von alleine in meinem Kopf, ab und zu verstehe ich sogar den kompletten Text und irgendwann singe ich mit. Es landet auf einer Playlist und dudelt den ganzen Frühling/Sommer/Herbst/Winter in meinem Kopfhörer.

Und dann kommt der Tag an dem ich das Musikvideo dazu anschaue.

Man könnte meinen es gibt nur zwei Optionen, entweder ist das Video so geil wie das Lied (Rhianna Disturbia) oder es kackt komplett dagegen ab oder sorgt dafür daß man das Lied nie wieder hört (Jungle Drum, Interpret zu Recht vergessen). Heute zeige ich eine dritte Variante: wenn man nach dem Video dasitzt und sich fragt was zum Teufel man gerade gesehen hat.


Mito Hatori: Barracuda (Quelle natürlich Youtube)

Die Bontempi-Orgel im Hintergrund täuscht, es ist kein niedliches Retrolied mit Wohlfühlbotschaft. Sosehr ich die Ästhetik der Farben und Formen liebe, ich träume manchmal seltsame Sachen nachdem ich das Video gesehen habe.


Tame Impala: The less I know the better

Das Video erzählt eine Geschichte in zerbrechlichen sommerlichen Pastellfarben, aber es geht gleich mal explizit zur Sache und wird immer seltsamer. Schöne Menschen die verwirrende Dinge tun und ein melancholischer Soundtrack sorgen für Bilder, über die man zu viel und zu oft nachdenkt.


El Guincho: Bombay

Das muß Kunst sein. Wer von den zwei ersten Videos noch nicht komplett aus der Spur getragen worden ist bekommt hier auf Spanisch den Rest. El Guincho singt eigentlich über eine verflossene Liebe, setzt aber in schneller Folge Bilder zur Melodie welche so symbolgeladen sind daß man mit dem Denken nicht mehr hinterherkommt und nur noch Fühlen kann. Das hallt lange nach. Damit muß man umgehen können.

23. April 2017

Vladislav?

Baby don't hurt me.

Ich gehöre zu den Leuten die prinzipiell später als alle anderen oder zu spät auf den Hype-Train aufspringen, gerne bei Dingen die wirklich, wirklich gut sind und die ich aus Trotz erstmal ignoriere. Seien es Serien, Trendgerichte, Klamottenmarken oder Makeup. Umso erstaunter bin ich jetzt, da ich von einer noch recht neuen Kosmetikmarke relativ begeistert bin und damit irgendwie alleine dastehe.

Es geht mir um L.O.V. aus dem Hause cosnova, die Marke wurde bereits vergangenes Jahr gelauncht und findet sich nur extrem selten auf Beautyblogs wieder. Das kann daran liegen daß das Format Blog am Aussterben ist (siehe meinen letzten Post) oder daß L.O.V. einfach zu langweilig ist für ordendlich Clicktraffic. Und ich meine langweilig im Sinne von klassisch bis tragbar, denn ich habe nicht den Ehrgeiz einen grünen Lippenstift irgendwann mein Eigen zu nennen.

Klassische Farben findet man aber auch bei vielen Luxuslabeln, die mir jedes Jahr mehrmals ernsthaft einzureden versuchen, ein Kirschrot auf den Lippen sei fashion forward. Ja, ich meine Dich, Chanel, mit Deinen schlecht kopierten Chubby Sticks und splitterfreudigen Nagellacken. Seit Particulière ist Dir nichts mehr Neues eingefallen.

Warum also der Post über L.O.V.? Für mich ist die Marke ein hidden champion, obwohl erst seit letztem Sommer auf dem Markt besitze ich schon sechs Produkte von L.O.V., und sie machen mir jedesmal Freude wenn ich sie benutze. Mehr noch, fünf davon sind Lippenstifte, drei aus dieser Gruppe befinden sich in Dauerrotation in meiner Handtasche.

Another fine mess.

Wer die anderen cosnova-Marken essence und Catrice gewohnt ist schreckt erstmal beim Preisniveau von L.O.V. zusammen, da die Lippenstifte alle um die zehn Euro kosten. genau wie die Lidschattenstifte und einige Foundations. Bedenkt man aber, daß l'Oreal, Maybelline, Revlon, Astor und Max Factor gleichviel oder mehr kosten und oft eine - pardon - beschissene Qualität haben kann man nur beeindruckt sein von dem, was man bei L.O.V. für sein Geld bekommt. 

LOVful Shine & Care Lip Stylo

Zuerst meine drei Lieblinge, die ich bereits zur Hälfte aufgebraucht habe und die im fast täglichen Einsatz sind: die LOVful Shine & Care Lip Stylos. Von vorne nach hinten sehen wir Amsterdam, Tokio und Berlin. Die Lippenstifte sind mein ständiger Begleiter im Job und stehen auch immer auf dem Schreibtisch, denn sie pflegen besser als jeder Lippenpflegestift den ich je hatte. Nuxe Rêve de miel eingeschlossen. Und Labello. Und The Body Shop Vitamin E Lip Care Stick. Das Stück kostet knapp neun Euro und kommt in einer Metallhülse mit, wie ich finde, todschickem roten Einsatz. Die Stifte schließen mit einem satten Click und mir ist bisher kein einziger aufgegangen, obwohl ich sie immer lose in die Tasche werfe. Was ich an den Stiften liebe: die Farbe ist nicht deckend, sondern halbtransparent, was bedeutet man kann sie ohne Hilfe eines Spiegels auftragen. 

L.O.V. Lipaffair Color & Care Lipstick

Lipaffair Color & Care Lipstick. Liebe auf den zweiten Blick, ich gebe zu ich habe einen dieser Müller-Gutscheine eingelöst um den ersten Lippenstift zu bekommen. Die Lippenstifte kommen in einer schweren Metallhülse, die über zwei versteckte Magneten sicher schließt. Sehr elegant, wie ich finde. Der hintere Ton ist Silvia's Coral und der vordere Nadine's Berry. Die Lippenstifte haben eine hohe Deckkraft und sind cremig, halten relativ lange und trocknen die Lippen überhaupt nicht aus. Von der Konsistenz her erinnern sie mich an die Rouge in Love-Lippenstifte von Lancôme, nur ohne diesen angestaubten Geruch. Ach ja, und natürlich zu einem Bruchteil des Preises.

The Glacious Stylo Eyeshadow

The Glacious Stylo Eyeshadow. Irgendjemand bei L.O.V. hat einen Narren am Wort "Stylo" gefressen, ich sehe dabei immer die Gorillaz durch die Wüste rasen. Verfolgt von Bruce Willis. In einer extrem geilen Karre. Ich schweife ab. Den Stick gibt es für knapp zehn Euro in schimmernden oder matten Farben, im Bild sehen wir die natürlich schimmernde Variante Lunar Shine. Allein wegen des Namens schon eine Schönheit. Der Lidschatten hat eine sehr ungewöhnliche Textur, irgendwas zwischen Creme und Gel, und: er kühlt beim Auftrag. Ist im Sommer extrem angenehm, wobei ich noch ein paar sommerliche Farben im Angebot vermisse. Er schließt ebenfalls mit einem satten Klick, die Verpackung ist aber aus Kunststoff, womit ich kein Problem habe. Lidschatten nachlegen gehört nicht zu meinen außer-Haus-Aktivitäten.


Schatten und Sonne.

Damit ihr eine Vorstellung der Farben in real life habt hier Swatches auf meinem zauberhaften linken Unterarm. Links schattig, rechts sonnig haben wir von unten nach oben:
The Glacious Stylo Eyeshadow Lunar Shine: ein schwer zu beschreibendes Schlammkhakitaupe, männliche Augen sehen darin ganz klar ein Bronze. Ich brauche keinen Primer dafür, die Farbe hält sehr gut auf meinen Lidern und irritiert meine dort extrem empfindliche Haut nicht. Nach vier Stunden kriecht er ein wenig in die Lidfalte, bleibt aber auf dem Restlid genauso farbstark wie beim Auftrag. Überhaupt der Auftrag: der Stift gleitet völlig widerstandslos über das Lid, was ich von einigen anderen Stiften in meinem Besitz nicht behaupten kann. Wer rupft schon gerne an der dünnsten Haut die er im Gesicht hat? Ich harre auf mehr Farben.
LOVful Shine & Care Lip Stylo: Berlin war meine erste Farbe und der Beginn dieser leidenschaftlichen Affäre, denn hier begann mein persönlicher Hype. Gekauft im Herbst als One-Shot-Try eine wunderbare Farbe zwischen Beere und Pflaume, nicht zu rot und nicht zu lila, genau richtig für meine blasse Haut und die dunklen Augen und Haare. Wenn ich ihn verlegt hatte wurde ich nervös, denn selten waren meine Lippen so gepflegt in der Winterzeit. Gleich daneben Tokio, eine Farbe wie Erdbeersorbet, etwa auf halben Wege zwischen rot und pink. In der ersten Frühlingshälfte mein Favorit, bringt die helle Winterhaut langsam Richtung Sommer und ergänzt sich wunderbar mit meinem Clinique Pop-Blush in Berry. Dritter im Bunde Amsterdam, ein warmes Koralle welches mich in den Sommer begleiten wird. Es sind winzige goldene Glimmerpartikel darin, die ich nach dem Auftrag nicht mehr sehen kann, welche aber meine Lippen noch ein wenig voller aussehen lassen. Paart sich gut mit dem ersten optimistischen Bronzer des Jahres.
Lipaffair Color & Care Lipstick: Silvia's Coral war im Sommer mein Abendbegleiter wenn es in den Biergarten, die Friedrichsau oder zu Freunden auf Balkon oder Dachterrasse ging. Ein sattes, gedecktes Korallrot mit braunem Unterton, der den Teint etwas wärmer erscheinen läßt. Perfekt in Kombination mit kupferfarbenem Lidstrich. Nadine's Berry ist ein Waldbeerenton mit einem guten Schuß Brombeere, was ihn recht dominant macht. Ich habe die Farbe gern im Herbst getragen, wenn wir abends mal ausgegangen sind. Die Lippenstifte halten erstaunlich viel aus, sie sind aber nicht kußfest und man muß nach dem Essen auf jeden Fall nachlegen. Dafür verblassen sie sehr gleichmäßig, was nicht jeder Drogerie-Lippenstift von sich behaupten kann.


Gestern erst wollte ich mir noch ein, zwei Produkte kaufen, da aber ganz Ulm auf die Idee gekommen zu sein schien genau zu dieser Zeit auch einkaufen zu wollen habe ich den Plan auf den nächsten Montag verschoben. Zur Zeit liebäugele ich mit einem der Concealer und einem Lipliner, ein Produkt das ich noch nie besessen habe. Ich habe irritiert festgestellt daß einige der Lipaffair-Lippenstifte aus dem Sortiment verschwunden sind (Ayann's Orchid hätte ich mir sehr gerne noch angesehen), und ich muß darauf achten einen eventuellen Abverkauf der Produkte, die ich schon habe, nicht zu verpassen, da ich diese unbedingt bunkern will. 
Die eine oder andere unspektakuläre LE ist auch schon angeboten worden, bisher hat mich aber noch nichts gereizt. Außerdem bin ich mit dem zufrieden, was ich habe. Fazit also bisher

+ Preis-Leistungsverhältnis hervorragend bis kaum zu schlagen
+ alle Produkte bisher sehr angenehm
+ Lippenstifte pflegend bis sehr pflegend
+ wertige Verpackung
+ alle Produkte sind eingeschweißt, Tester zu fast allem vorhanden (nicht für die Nagellacke)

- schreiben leider immer einen halben Roman auf ihre Verpackungen
- nehmen Produkte aus dem Sortiment ohne mir Bescheid zu sagen


Ich muß sagen L.O.V. hat bei mir Catrice total den Rang abgelaufen, und ich bin froh daß cosnova sich in dieses Segment getraut hat. Bleibt zu hoffen daß sie sich im Markt halten können, die Preise nicht extrem erhöhen und ihre Qualität halten. Bonne chance!





15. April 2017

Backlog

Das Format Blog ist tot, zumindest hört man diese Meinung immer wieder. Was soll man auch schreiben in einer Netzrealität die anscheinend keinen Mittelweg zwischen Existenzialismus und Volltrivialität kennt? Gibt es noch etwas zwischen dem Sinn des Lebens und dem letzten Primark-Haul? Ich denke schon. Also mache ich hier mal weiter und suche danach. Nicht weil ich es finden will, sondern weil ich schlicht Spaß dran habe zu schreiben.

In den letzten Wochen hat sich enorm viel Plastik und Glasmüll bei mir angesammelt, aber ich konnte ihn einfach nicht wegwerfen ohne darüber zu schreiben. Diese Aufgebraucht-Posts sind in vielen Blog das einzige, was mich noch groß interessiert, denn sie sind oft der letzte Funken Ehrlichkeit in einem Wald von sponsored posts. Ehrlich, jeder zweite Beautyblogger "kooperiert" heute mit einer oder mehreren Kosmetikmarken und hat seine Glaubwürdigkeit verkauft. Wenn ich Werbung lesen will kauf ich mir die Glamour.

Genug gebasht, wenden wir uns den leeren Tuben, Flaschen, Tiegeln und Tüten zu. Und nicht vergessen, alles was ich schreibe ist meine persönliche ungefilterte Meinung und mir ist es völlig egal ob jemand anders eine abweichende hat. Let's roll!

Ihr werdet nicht vermisst werden.

Soap&Glory The Daily Smooth Body Butter - ich stehe extrem auf den Geruch, die BB besitzt eine eher feste Konsistenz, zieht jedoch schnell ein. Man riecht lecker süß und irgendwie nach Sheabutter, eigentlich also ein Nachkaufprodukt. Leider habe ich die Inhaltsstoffe auf Codecheck nachgelesen und die letzten 10% in der Tube weggeworfen, da ich kein Interesse an potentiell karzinogenen Stoffen habe. Würde sich vielleicht gut als Hinweis auf der Tube machen, in schnörkeliger Schrift mit ein paar Herzchen drumrum.
Burt's Bees Milk Handcream - hatte die Konsistenz von Schuhwachs und zog ungefähr genausoschnell ein. Ist mir irgendwann gekippt und ich dankbar dafür. Der Glastiegel ist nett, der Blechdeckel eine schöne aber unbrauchbare Idee. Ich habe mehr Zeit damit verbracht zu versuchen ihn gerade aufzuschrauben als mit dem Produkt selbst. Unbrauchbares Produkt in einer unbrauchbaren Verpackung.
Kiehl's Lip Balm SPF15 - vor Jahren dem Hype erlegen und Geld verbrannt. Warum waren alle so scharf darauf, 15 € für gefärbte Vaseline auszugeben? Das Zeug zieht nicht ein und rutscht nur auf den Lippen rum. Außerdem stinkt es. Ich werfe die Tube mit 90% Inhalt weg.
Essie Spa many many mani - stinkt.
Alverde Repair Haarbutter - weiß nicht was sie repariert, quietschende Reifen am Kinderwagen? Hab ich benutzt um meine Haare im Nacken zu pflegen, die Butter fand es besser sie zu verknoten. Riechen tut sie auch nicht gut.
Essie Apricot Oil - gutes Beispiel für gescheiterte Vorsätze. Ich habe das Öl vor zweieinhalb Jahren gekauft und nie benutzt, jetzt riecht es komisch. Noch fast voll, und ich muß es wegschmeißen.
Weleda Iris-Maske - tut nichts und ist inzwischen ranzig geworden. Ein häufiges Sample bei Douglas, wahrscheinlich nicht ohne Grund.
Clinique Mascara - ich weiß nicht welches Produkt genau das ist, ich habe es geschenkt bekommen. War gut, aber mangels Etikett nicht nachkaufbar.
Douglas Hands Nails Feet Cuticle Remover Pen - tut nicht was er soll, kommt jetzt endlich in den Müll.
The Body Shop Colorings Lip Pencil clear - eingetrocknet, hat noch das dunkelgrüne Design, muß also aus den Neunzigern stammen. Wow.
L'Occitane Fleur de cherisier Duschgel - riecht mir zu süß. Kirschblüten sind hübsch, riechen aber schrecklich. Bin da vielleicht zu wenig girly dafür.
L'Occitane Pivoine Creme des mains - Pfingstrosenhandcreme, für Dich gilt das gleiche wie für die Kirschblüten. Stop trying to make this happen!
Annayake masque éclat extreme - ist wirklich gut, aber ich muß schon aus Vernunftsgründen jedes Kosmetikprodukt boykottieren das fast 100 Euro kostet. 


Farblich ansprechende Müll-Kombi.

Argan oil of Morocco Shampoo und Spülung - nein, es heißt nicht Conditioner, da bin ich oldschool. Beides sehr gut, gefällt mir, aber da der orangefarbene Kollege seinen Job genausogut macht, keine Silikone und Parabene braucht und einen Bruchteil kostet kein Dauerengagement in meiner Dusche.
Rituals Touch of Happiness Körpercreme - ein geliebtes Geschenk, das mir den Winter versüßt hat. Duftet dezent, aber den ganzen Tag lang, pflegt gut und zieht schnell ein, tolle Verpackung.
& other stories Body Scrub Sugar Crush - das einzige mit braunem Zucker, ein bißchen Limette, klingt wie der letzte Schluck Caipirinha, roch auch so und machte Spaß beim Benutzen. Leider raus aus dem Sortiment.
Balea Locken Shampoo und Spülung - einer meiner Favoriten und immer auf Lager bei mir.
Rituals Happy Buddha Duschschaum - ein Traum, ist nur immer zu schnell leer.
Rituals Fortune Oil Duschöl - ebenso toll, vor allem bei Winterkälte ein Grund die Dusche noch ein wenig länger nicht zu verlassen.
Batiste Trockenshampoo für dunkelbraunes Haar - die Rettung am eigentlich letzten Tag vor der Haarwäsche. Mein Haupt ziert eine Löwenmähne, ich habe lange und dicke Haare die ewig brauchen um zu trocknen. Das Produkt hier hat mein Leben einfacher gemacht.


Mad flatlay skillz.

Dove go fresh - trotz Aluminium. Es ist einfach nicht ersetzbar. Zur Zeit habe ich ein anderes und das versagt bei Hitze kläglich.
l'Occitane Amande Duschöl - ja der Duft ist geil (riecht nach Apfelstrudel) aber come on, 36 €??!?
Kiehl's Midnight Recovery Oil - hat ewig gehalten, absolut sein Geld wert. Zweite Flasche wartet darauf, daß ich mein Pai Rosehip augebraucht habe.
Roberts Acqua destillata alle rose - mein liebstes Gesichtswasser, drei Flaschen sind noch auf Vorrat, dann muß ich wieder nach Bella Italia.
Alverde Augencreme Augentrost - momentan meine Wahl bei Drogerie-Augencreme, wobei ich mich gerade nach einer unparfümiertem umschaue. 
innisfree jeju daphne blossom hand creme - war toll und hielt erstaundlich lange, mir hat vor allem das Design sehr gefallen.
innisfree green tea serum - vom Sachet zum Produkt zum Nachkaufprodukt. Ich nutze das Serum wirklich gern, ich weiß nicht genau was es tut aber lasse ich es weg erscheint mir meine Haut unreiner.
Balea Reinigungsöl - Öl ist immer sanfter als Makeupentferner oder Mizellenwasser. Ich vertrage noch nicht mal mehr das Sensibio, meine Augen sind einfach zu empfindlich geworden.
l'Occitane Handcreme Sheabutter - duftet sauber und vornehm, ist etwas fester in der Konsistenz und pflegt erstaunlich lange. Meine Wahl bei beanspruchten Winterhänden-
l'Occitane Handcreme Amande - Apfelstrudelgeruch. Macht wirklich gute Laune.
l'Occitane Duschgel Lavande - war mir etwas zu kräuterig, da ist die Weleda-Duschcreme Lavendel doch etwas gefälliger.
Maybelline Fit me Concealer - farblich und von der Konsistenz her super, aber die Verpackung wird so schnell widerlich daß ich die Dinger ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr anfassen will.


Schönheit in Tüten - und Ampullen.

tetesept Badesalz Macadamia Dattel - wärmt über den Duft, toll im Winter.
tetesept Badesalz Pfirsich Vanille - man möchte es essen. Oder trinken. Sollte man aber nicht, ich habs probiert.
CV Hyaluron Booster Ampulle - sehr viel Feuchtigkeit, ersetzt wahrscheinlich das Serum. Leider ist zu viel in der Ampulle, es reicht für zwei Anwendungen, aber wer will schon eine offene Ampulle mit scharfen Glaskanten im Bad aufbewahren?
innisfree Tuchmasken acai berry, rice und rose - alle toll, richen dezent, pflegen wunderbar und zaubern einen wunderschönen Teint. 


Hoffentlich bis bald, oder?



1. Januar 2017

They wanna know...

Für die meisten Menschen ist heute der erste Tag vom neuen Jahr, für mich ist hauptsächlich Sonntag. Nichts für ungut, sich kollektiv bis zwölf Uhr zu betrinken und dann ungestraft Sprengstoff vorm eigenen Haus zünden ist super, aber braucht es wirklich einen willkürlich gesetzten Kalenderanfang dafür? Warum machen wir das nicht jeden Samstagabend?

Sehr positiv finde ich zudem, daß man sich Gedanken über das eigene Leben macht, auch wenn man das eigentlich in regelmäßigen Abständen tun sollte. Ich persönlich frage mich regelmäßig Montagfrüh, was ich hier eigentlich treibe...

Zurück zum Thema, und das sind Neujahrsvorsätze. Ich nehme mir keine, denn mit dem Etikett versehen halte ich mich sowieso nicht an die gutgemeinten, komplett nutzlosen Gedanken, denn meiner Erfahrung nach hat dieses System nicht bewährt. Lieber setze ich mir einige "friendly reminder", die mein überkritisches Selbst daran erinnern, auf was es wirklich in diesem Leben ankommt. Ein paar derselben sind

Mach mehr von dem was Dir Freude macht!

Finde raus, was Du willst, dann finde raus, was Du brauchst.

Hör auf Dich selbst, schließlich kennst Du Dich am längsten und besten.


Das Ausprobieren gehört definitiv zu den Dingen, die mir Freude machen. Schon oft habe ich überlegt, hier im Blog mal Outfits zu posten. Leider sehe ich unter der Woche meistens recht gleich aus, zudem noch uninspiriert, das Licht ist schlecht und der Spiegel nicht geputzt - blabla. Heute hab ich mich mal über die üblichen Zweifel hinweggesetzt und geknipst. Voila:

Who's that girl?

So sehe ich aus wenn ich mal Lust auf Klamotte habe und bei Sonnenschein kurz an die frische Luft möchte, um den Kater zu verscheuchen. Für die meisten nichts Besonderes, für mich ein spektakulärer Ausbruch aus meinem Jeans-Pulli-Muster. Und weil das ein echter Modepost ist darf die Quellenangabe nicht fehlen: die schwarzen Stiefel sind von Pieces und inzwischen sicher sechs Jahre alt, der Rock von Esprit und der Poncho von Uniqlo (Geschenk vom Liebsten!). Da ich versierter Poncho- und Capeträger bin sitzt die Tasche natürlich unter dem Poncho. Der schwarze Kaschmirpulli ist von Christian Berg, die Sonnenbrille ein Knockoff irgendeiner RayBan.


Kamerascheu.

In Großaufnahme sieht man, daß ich mir akkurat die Nägel lackiert habe. Die Farbe heißt "Southern Grazia" und ist natürlich von Essie, mit der Marke komme ich einfach am besten klar. Der schmale roségoldene Ring ist von NewOne, und die Taschenschönheit von Massimo Dutti. Auf dem Foto kann man es vielleicht erahnen: ich mußte furchtbar grinsen.

Ganz um die Vorsätze komme ich also nicht rum, ich will wieder mehr Kreativität in meine Outfits bringen und schlicht Spaß daran haben. Vielleicht schaffe ich es, die hohe Kunst des Moodboarding zu erlernen, oder finde den einen oder anderen Instagrammer/Blogger, der schöne Outfits postet. Empfehlungen sind herzlich willkommen!