7. Oktober 2017

Stolze Rabenmutter

Ach, Deutschland - Du Hort der Menschen, die meinen sie müssten anderen vorschreiben wie sie zu leben haben. Das fängt bei Kehrwoche und Nachtruhe an (beides in Grenzen sehr sinnvoll!) und hört bei der Kindererziehung lange nicht auf. Gehst Du nicht arbeiten wenn Du Kinder bekommst bist Du gern mal ein Sozialschmarotzer, aber noch viel schneller gilt frau als Rabenmutter wenn sie sich erdreistet zu bald (was heißt das eigentlich) in ihren alten Beruf wiedereinzusteigen. Womöglich auch noch zu 80% oder - Schock - Vollzeit!

Da hat der deutsche Staat ja vorgesorgt, Betreuungsmöglichkeiten sind rar gesät und so dermaßen teuer daß sich frau wirklich gut überlegen muß, ob sie wieder schaffen geht. Schließlich ist sie tendenziell schlechter bezahlt als ihr männlicher Gegenpart, und den Anspruch auf Rückkehr in Vollzeit nach Teilzeit hat die letzte Regierung elegant unter den Tisch fallen lassen...

Also ist es leichter nachzugeben und zu versuchen, es "den Leuten" recht zu machen. Oder? Eine Freundin hat folgenden Artikel der Huffington Post geteilt, der in schöner wissenschaftlicher Manier mit jeder Menge Quellenangaben auflistet, warum Kinder von einer frühen Rückkehr der Mutter in den Beruf profitieren:

http://www.huffingtonpost.de/2017/10/06/berufstaetige-muetter-effekt-kinder_n_18201968.html?ncid=fcbklnkdehpmg00000002

Darin wird die stockkonservative Konrad-Adenauer-Stiftung zitiert, die zum gleichen Schluß kommt wie der Artikel. Hier ihre Studie:

http://www.kas.de/wf/doc/kas_42829-544-1-30.pdf?170927090705


Unterm Strich fühle ich mich in meiner Haltung bestätigt: macht was ihr für richtig haltet und laßt euch nicht von "den Leuten" Scheiße einreden. Noch bin ich nicht in dieser Lebensphase angekommen, aber sobald es soweit ist und jemand nimmt es sich raus, mich als Rabenmutter zu bezeichnen, wird er feststellen daß ich über zwei schnelle Mittelfinger verfüge.

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