8. November 2015

Einer für einen

Das Maß ist voll, die Grenze erreicht. Irgendwann kommt (hoffentlich) für jede von uns Fashionvictims der Moment, in dem die Erleuchtung wie der Blitz einschlägt. Dann steht man vorm eigenen Kleiderschrank und sagt im Geiste zu sich selbst die magischen Worte "ich habe genug Klamotten".

Nicht, daß damit die Lust auf Neues plötzlich verschwunden wäre, nein! Die besteht immer noch, und es ist die vornehme Pflicht und Aufgabe, dieselbe im Zaum zu halten. Aber allein die Erkenntnis ist der erste wichtige Schritt in Richtung Nirwana. Sobald man dies beherrscht erhält man Zutritt zur nächsten Bewußtseinsebene des Konsumenten - man erkennt eine Notwendigkeit, Dinge zu ersetzen. Und zwar ohne sich in die eigene Tasche zu lügen.

An diesem Punkt wähne ich mich seit geraumer Zeit, und so schreibe ich mir seit ein paar Wochen die Maxime auf die Fahnen, nur noch zu ersetzen. Streng mathematisch ausgelegt heißt das: für alles was reinkommt, muß was anderes raus. Ich halte meinen Anspruch hoch und bleibe dabei in der Kategorie, sogar in der Unterkategorie. Untenstehendes Set veranschaulicht meine Überlegung.

Versus
Es kann jeweils nur einen geben.


Rechts im Bild ist der Status quo zu sehen: ein navyblauer Strickcardigan von Zara, ein paar bleigraue Wildlederwedges von Esprit und ein paar "praktische" Pumps von Tamaris. Links ihre möglichen Nachfolger und direkten Kontrahenten: ein marineblauer Cardigan von Mango, ein paar taupefarbene Wildlederbooties von Esprit und ein schwarzes Paar Pumps von Mango. Die Einzelanalyse:

Der Cardigan von Zara ist fünf Jahre alt, ich mag ihn eigentlich sehr gern aber er pillt und fusselt wie die Hölle. Langsam sieht er ziemlich abgeratzt aus. Außerdem haßt ihn mein Mitbewohner. Sein potentieller Nachfolger besteht zwar auch hauptsächlich aus Akryl, ist aber flach gewebt. Und, zugegebenermaßen, um einiges stylischer.

Die Wildlederwedges von Esprit sind bequem und sehr leicht, leider hat sich bei einem die Innensohle gelöst und rutscht beständig runter. Davon brennen mir die Fußsohlen nach einer Weile. Außerdem sind sie etwas tief ausgeschnitten, sodaß sie am Fuß wackeln. Die Booties sind ebenfalls von Esprit, aber verdammt teuer. Außerdem habe ich Angst, daß sie schnell Flecken kriegen. Und ich bin etwas ratlos, wie ich sie kombinieren soll. Die Farben sind allerdings wunderschön.

Die Tamaris-Pumps waren ein Basta-Kauf, als ich dringend mal wieder Schuhe für auffe Arbeit brauchte. Sie sind gepolstert und Echtleder, sehen aber plump aus. Der rechte Schuh schneidet am Ausschnitt ein. Die Mango-Nummer ist sicher nicht bequemer, sieht aber eleganter aus. Feinstrumpfsöckchen muß ich eh für beide tragen, also give it a try.

Die drei Schönheiten sind auf dem Weg zu mir, mal sehen wer im Kampf alt gegen neu als Sieger Einzug in die Schränke hält.

3. November 2015

Los im Oktober

Vorratspackungen. Das Kryptonit des Schwaben, für das er genauso anfällig ist wie für rote Sale-Etiketten, Rabattgutscheine oder Produktzugaben, neudeutsch "Goodies" genannt. Merken wir eigentlich, wie unsere Sprache analog zu unseren Hirnen verblödet? Goodies?? Ernsthaft???

In den letzten Wochen bin ich den permanenten Verlockungen widerstanden und habe alte Sünden aufgearbeitet, sprich: einige Riesenverpackungen geleert. Nichts nervt mehr als eine Schaumbadflasche, die schon so lange in Gebrauch ist daß sie zwei Badezimmer kennt. Aargh!

Tschö, die Mehrheit werde ich NICHT vermissen!

- John Frieda brilliant brunette Shampoo und Spülung (nein, nicht Conditioner! auch wenn das drauf steht!): beide sehr gut, ich nutze sie gerne, aber: das Zeug kostet im Set 15 Euro. Was zur Hölle hat mich geritten, daß ich mir gleich zwei Sets als Vorrat angelegt habe, und inzwischen drei Jahre gebraucht habe um diesen Vorrat zu erschöpfen? Ganz klar mein altes schwaches Ich, das bei Douglas den Mindestbestellwert für irgendein idiotisches Goodie erreichen wollte. Asche auf mein Haupt, das ich mir in Zukunft mit Balea-Shampoo zu einsfuffzich waschen werde. No Nachkauf.

- Etude House Pomegranate Sheet Mask: Etude House ist designtechnisch die Anna Sui Koreas. Alles ist putzig/niedlich/kawaii verpackt, aber die Produkte sind auch gut. Die Maske sollte Feuchtigkeit spenden und das hat sie auch getan, da ich aber nicht weiß wann ich das nächste Mal nach Seoul komme setze ich mal ein Fragezeichen dahinter.

- Innisfree Acai Sheet Mask: klasse Produkt, kaufe ich sicher nach, aber mein Vorrat an Tuchmasken ist riesig und variantenreich, ich muß erstmal acht andere Sorten ausprobieren. Kommt aber definitiv in Frage.

- le petit Marsellais Schaumbad Olivenöl und nochmalwas: hat himmlisch gerochen und einen zarten, aber haltbaren Schaum ergeben. Ich gehöre zu den Leuten die solange in der Wanne liegen bis die Wassertemperatur wirklich wirklich nicht mehr angenehm ist, und der Schaum hat länger gehalten als ich! Das will was heißen! Das nächste Mal in vive la France werde ich mir wieder eine Flasche holen, aber die Größe ist schon eher etwas für Vielbader.

- & other stories Mediterrenean Body Lotion: war im Prinzip ein guter Gedanke, der Duft der stories-Pflegeprodukte ist ja immer etwas ganz besonderes. Leider habe ich nach einer Weile nicht mehr die Blumen des Mittelmeeres herausgerochen sondern Gummibärchen, und das kann einem morgens enorm auf die Nerven gehen. Die Pointe: ich hab noch eine zweite Flasche. Mal sehen ob die ein gutes Geschenk hergibt...

- CadeaVera Ampulle Hyaluron Booster: ich würde ja mehr von dem Zeug verbrauchen wenn in einer solchen Ampulle nicht viel zu viel für mein Gesicht (inklusive Hals) drin wäre. Wie großflächig ist eigentlich das Antlitz einer CadeaVera-Durchschnittskonsumentin? Immerhin reißt das Produkt kein Loch ins Budget, aber Verschwendung ist das schon irgendwo.

1. November 2015

Nachts sind alle Katzen grau

Bis auf die schwarzen.

Draußen wabert der Nebel vorbei, die leuchtend gelben Blätter liegen mehrheitlich auf dem Boden statt an den Bäumen zu wedeln, und bei mir setzt der Spätherbsteffekt ein: ich investiere Geld in Badeöl, Strick und Spitzendessous. Eine Art Trotzreaktion, worauf auch immer. Vielleicht weil man sich jetzt am liebsten hinter mehreren Lagen Flanell, Kaschmir und Wolle vergraben will und doch noch etwas filigranes tragen möchte.

Die hauchzarten Neuzugänge aus luftigem Nichts zeige ich hier nicht, so exhibitionistisch bin ich noch nicht unterwegs. Stattdessen ein Lagebericht vom Hauptquartier, sprich dem "Ankleidezimmer". Klamottenraum hört sich so konsumopfermäßig an.

Mit Absicht.

Die Schuhe sind rapide weniger geworden, sie passen jetzt alle in eine Reihe. Man merkt daß ich mir wirklich Mühe gebe, auch die etwas schwierigen Paare selbst in meinen Alltag einzubauen. Freitag hatte ich haselnußbraune Stiefeletten mit kleinem Plateau an und meine Kollegen teilweise überragt. Die haben schön blöd geschaut.

So leer irgendwie.

Ich mag es ja kaum glauben, aber sogar die Kleiderstange lichtet sich merklich. Die Mehrheit der Teile, die noch draußen sind, gehört darüberhinaus noch zu meinen Lieblingen. Piece of cake also, eigentlich. Die graue Plaidjacke und der dunkelbraune Ledermini sind übrigens schon ins Lager der Sieger gewechselt, am Wochenende kommt mir keine Hose an!

Zu viel ist nicht genug.

Hurra, ein weinroter Faltenrock! Kaum wollte ich unbedingt einen kam Mango zehn Tage später mit diesem wadenlangen Schmuckstück in die Shops. Preis, Material, Farbe - alles perfekt. Wäre ich jetzt eitel würde ich sagen, ich bin dem Trend voraus und habe ein Gespür für das, was kommt. Wäre ich paranoid käme ich mir jetzt beobachtet vor. Leider bin ich realistisch und weiß, daß ich einen unglaublich gewöhnlichen Geschmack habe. Schade.

Rush hour.

Wenn Dein Businessklamottenschrank mal aus allen Nähten platzt, ganz im Gegensatz zum Nachbarabteil mit den Freizeitkleidern, wird es Zeit, Dein Leben ernsthaft zu überdenken. Ich weiß ja schon daß ich zu viel arbeite, auch wenn ich viel Spaß daran habe und wirklich gut Geld verdiene. Aber irgendwie ist mir das unheimlich. Dieses Bild macht mir auf eine seltsame Weise ein schlechtes Gewissen. Bin ich auf die dunkle Seite gewechselt?

Meine Hobbies sind...

Jede Menge Jacken und Mäntel, wo sind die Kleider? Das lilafarbene ist ein Sommerkleid und muß raus in den Winterschlaf, tatsächlich habe ich es erst gestern seit langem mal wieder geschafft, ein Kleid zu tragen. Auf dem Brett über der Stange meine Schlafklamotten. Wenn man sich den Stapel anschaut scheint das meine liebste Freizeitbeschäftigung zu sein. Macht sich nur nicht gut im Poesiealbum.

Skandal!

Was ist falsch an diesem Bild? Ist es der schief aufgehängte Yutaka ohne Taillenbänder? Der Schlafsack, der ein eingerolltes Regencape ist? Die Sammlung glitzernder Abendtäschchen, die langsam verstauben? Nein, die häßliche Wahrheit versteckt sich im Stapel Sportkleidung, der seit Anfang Oktober nicht kleiner geworden ist.
Keine weiteren Fragen, euer Ehren.

Noch alle Schuhe im Schrank.

Schön, ihr seid auch vollzählig. Neu dabei die schwarzen Lackpumps rechts mitte unten, in denen ich aus unerfindlichen Gründen immer einkalte Zehen habe. Gestern standen plötzlich Halloweenkinder vor unserer Tür, da mußte ich schnell in ein Paar Schuhe schlüpfen und die Tür öffnen. Gesungen haben sie auch. Da gibt man doch gern seine letzte Tafel Schokolade.

Falscher Ort, falsche Zeit.

Nope, das ist nicht mehr zeitgemäß. Nur hab ich nicht so viele Winterschuhe, um den Schrank aufzufüllen. Es hat keinen Sinn: wir werden in die Karibik ziehen müssen.

Warm und schick.

Die mittelbraunen Stiefeletten links oben sind von Gant und waren mit 35 Euro verdächtig günstig. Ein Glücksfund bei TK Maxx, aber leider sind die sehr selten. Das kleine Plateau hält außerdem die Kälte fern von den Füßen. Wir werden sehen, wie sich die Treter bei vereisten Gehwegen bewähren.

Jo, im Vergleich zum letzten Post sieht man tatsächlich Fortschritte. Ich freue mich nach wie vor auf die Sachen, die noch vor den Schränken liegen und hängen, und habe auch Spaß am Einräumen. Im direkten Vergleich mit neuer Kleidung, die doch immer mal wieder im Online-Warenkorb landet stelle ich immer wieder fest, daß das was ich habe schwer zu schlagen ist. Sogar das Kombinieren fällt mir leichter. Win win win?




27. Oktober 2015

Korean Connection

Obwohl ich in einem höchst schwäbischen Mittelstandsunternehmen arbeite habe ich mich Anfang des Jahres recht unvermittelt auf Dienstreise in Südkorea wiedergefunden. Ein klein wenig Wissen über Land, Leute und Must-do's habe ich mir vor meiner Reise dorthin schnell über Google zusammengeklickt, allerdings bin ich zugegebenermaßen recht unbedarft in Seoul aufgeschlagen und hatte dort zuerst einmal einen kompletten Tag Zeit, meinen Jetlag zu bekämpfen. Das habe ich zuerst schlafend im Hotelzimmer getan und danach shoppend in der High Street. Ja, ich schäme mich. Ein wenig.

Dort bin ich relativ bald in einen Innisfree-Shop geraten, der mich schon allein durch die recht auffällige Inneneinrichtung angezogen hat. Die Marke möchte ein Naturkosmetik-Image pflegen und hat sich in Gangnam den Flagshipstore im Gewächshaus-Look hingestellt, inklusive Vogelgezwitscher und einem Hauch von Blumenduft.

Nach einer schnellen Runde im Shop habe ich festgestellt: alles, von dem ich nie wußte daß es mir in meiner Pflege fehlt steht hier bereits zum Verkauf. Die Koreaner sind uns in Sachen Technologie und Hautpflege mehrere Jahre voraus, eventuell sogar uneinholbar. Die vieldiskutierten Sheet-Masken sind ja schon ein alter Hut, denn diese Dinger gibt es längst nicht nur für das Gesicht, nein: die pflegebewußte Koreanerin kann hier Sheetmasken für Hände, Füße, Ellbogen oder den Hals erstehen. Für knapp 80 Cent ein Schnäppchen. Genauso revolutionär ist das farblose Gesichtspuder, das nichts tut als den Glanz zu nehmen und antibakteriell wirkt. Keine Farbe, nur mattieren. Drittes Beispiel: Nose Pack, eine Maske nur für die Nase. Nach 15 Minuten kann man die Maske wie einen Clear-up-Strip abziehen. Funktioniert für mich besser als die Streifen, die ich nie richtig auf die Nase gepresst bekomme.

Warum der Rant? Innisfree liefert seit geraumer Zeit auch nach Deutschland, aber zur Zeit bekommt man die Sachen versandkostenfrei ab 70 Dollar Einkaufswert. Ich habe meine inzwischen arg ausgedünnten Vorräte ergänzt und kann mit ein paar Fotos aufwarten:

Maskenreigen. Mit Hautcreme und Samples.

Die Sheet-Masken = Tuchmasken reichen wohl über den Winter, es sind einige neue Sorten dabei. Ich werde mich einmal querbeet durchprobieren. Unten im Bild die großzügige Probe einer neuen Pflegelinie mit Mineralwasser, in den Flaschen sind Gesichtswasser und Gesichtslotion, in dem Beutel ein 2-Komponenten-Sprudelbad für das Gesicht. Hebe ich mir für den Frühling auf.

Riecht toll, mal wieder Oliven...

Augencreme. Ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Creme am Auge gehabt, weil ich auf die ersten Exemplare ausnahmslos mit Brennen, Jucken und entzündeten Lidern reagiert habe. Ich rede mit dir, Body Shop Elderflower Eye Gel! Da will man seiner Haut etwas Gutes tun, und kann dann drei Tage lang nicht sein volles Blickfeld nutzen. Die Wende kam mit Alverde Augentrost, aber für jeden Tag ist sie mir inzwischen zu reichhaltig. Die Olive Real Eye Cream (komischer Name) macht den Job ebenfalls, zieht aber schneller ein. Da ich meine kreative Energie morgens am Schminktisch loswerde muß sie sich mit Lidschatten vertragen, was sie diplomatischerweise tut.

Nur echt mit der Olive.

Passende Gesichtscreme, riecht ebenfalls fabelhaft. Meine Oliven aus dem Glas oder vom Griechen auf'm Supermarktparkplatz riechen anders (eher nach Chilli oder Knoblauch), insofern rate ich jetzt einfach mal daß Olivenblüten so zauberhaft riechen wie diese Creme. Zieht schnell ein, fettet nicht, guter Kauf. Könnte sogar halb naturkosmetisch sein.

Verpackungsopfer-Beute.

Ich habe bereits die Vorteilspackung (200 ml-Version) der "normalen" Volcanic Clay Mask. Die ist wirklich gut, und noch lange nicht leer. Allerdings wollte ich eigentlich den kleinen Tiegel, weil der so gut in der Hand liegt und einen schönen kupferfarbenen Deckel hat.

Ja, ich bin etwas gaga. Manchmal möchte ich Dinge einfach bestellen, weil ich sie mal anfassen möchte. Oder gleich kaufen. Oddly satisfying.





18. Oktober 2015

Good news everyone!

Mein Wochenpost hat Verspätung, in der Zwischenzeit ein Hinweis für die Anhänger japanischer Qualitätsbasics: Uniqlo hat heimlich, still und leise einen deutschen Onlineshop eröffnet. Hätte ich heute nicht unverständlicherweise meinen Spamordner mal gelesen wäre mir dieses Detail entgangen. Seit ein paar Tagen versuche ich einen bestimmten Schal zu finden und bin vorgestern schonmal auf die Homepage von Uniqlo Deutschland geraten und habe mich noch gewundert, warum da jetzt auf einmal Preise an den Klamotten stehen. Daß ich die Dinger somit auch bestellen kann ist mir in meiner geistigen Umnachtung natürlich nicht klargeworden.

Blick aus dem Uniqlo Flagshipstore in Tokyo.

Wie dem auch sei, ich habe sofort zugeschlagen und endlich den dunkelbraunen Ledergürtel ersetzt, den ich seit Jahren vermisse. Momentan ist der Versand ab 30€ kostenlos, wer den Fernöstlern mal eine Chance geben will kann das jetzt günstig tun. Ich stelle in den kommenden Tagen mal meine, sagen wir, fünf Lieblingsteile zusammen. Oder acht. Acht ist eine gute Zahl.

11. Oktober 2015

Reparation

Weil's die letzten Wochen zu ruhig war haue ich die Posts nur so raus. Genau wie meinen Plastikmüll, denn das Ende des Monats verheißt Empties. Und da sind sie auch schon:

Olivenlastig.

Von unten links gegen den Uhrzeigersinn:

- The Body Shop Olive Shower Gel: the best. Ich kann nicht einschätzen ob Oliven so duften (und wenn ja, welcher Teil der Olive so duftet), aber das Zeug ist phantastisch. Alle Duschgele von TBS sind sehr ergiebig, schäumen fein und riechen toll, aber dem hier gehört unwidersprochen der erste Platz. Für alle Ewigkeiten. Ever. Es war vielleicht etwas vermessen von mir, gleich die 900 ml-Variante anzuschaffen. In einen handelsüblichen Duschhalter paßt der Container nicht rein, schon in der handelsüblichen Dusche wird es relativ eng. Da hilft nur umfüllen in einen 300 ml-Mini. Könnte man sich auch gleich anschaffen. Mehr ist mehr. Essie-Nagellackflasche gilt übrigens nur zum Größenvergleich. Ich habe noch nie im Leben einen Nagellack leerbekommen und rechne in diesem Leben auch nicht mehr damit.

- Roberts Acqua distillata alle rose: mein Gesichtswasser der Wahl. Enthält Rosenwasser, hält meine Haut rein, riecht dezent nach Rosen (was auch sonst) und gefällt meinem Mitbewohner so sehr, daß er sich freiwillig positiv dazu geäußert hat. Besitzt Seltenheitswert. In einem Urlaub in Ligurien entdeckt habe ich regelmäßig Angst, daß meine Vorräte mal zur Neige gehen, aber momentan stehen fünf volle blaue Flaschen im Regal und lachen mich aus. Mir übrigens egal, daß Alkohol enthalten ist. Diese Liebe kann nichts trennen.

- Erbario Toscano Crema mani olive: gleich drei Proben aufgebraucht, toll. Leider ist der Geruch nicht so berückend wie der des TBS Duschgels, die Creme pflegt aber gut. Kaufen werde ich sie jedoch nicht.

- Cadea Vera Hyaluron Booster: warum verdammt nochmal habe ich wieder nur einen aufgebraucht? Momentan verwende ich mehr Zeit für die spiegelnde Sauberkeit meines Badezimmers als auf die ausreichende Versorgung meines Gesichts mit Feuchtigkeit. Ich werde alt und spießig. Es muß wieder gelten: mehr Nagellack, weniger Kalkreiniger.

- Erbario Toscano Crema corpo ultra ricca alle rose: enorm reichhaltige Körpercreme mit intensivem Rosenduft. Holla die Waldfee, damit muß man sich wahrscheinlich nur einmal die Woche eincremen. Der Name ist wirklich Programm. Würde ich mir gerne anschaffen, dazu muß ich nur mal kurz nach bella Italia. Interessanterweise fliege ich kommende Woche dorthin auf Dienstreise. Mal sehen ob ich mich für eine Stunde wegstehlen kann. Ich schätze nein.

- Erbario Toscano Crema mani ultra ricca alle rose: auch hier sind alle Rosen drin, reichhaltig und rosig. Da ich in Handcremes schwimme eher ein Kandidat für den Sankt Nimmerleinstag, der demnächst auf einen Donnerstag fallen soll.

- Erbario Toscano Crema mani anti age uva reale: wer schonmal Fanta Grape getrunken hat wird meinen Horror vor Traubenaroma verstehen, also war die Probe die letzte, von der ich mir etwas erwartet habe. Weit gefehlt. Diese Traube riecht himmlisch, die Creme pflegt auch gut, und ich würde sie mir allein deswegen schon anschaffen. Auch wenn ich, wie gesagt, in Handcremes schwimme. Mehr Mut zum Unsinn.

- Essie "With the band": ist neu und nicht leer, dient als Größenvergleich und ist eine tolle Herbstfarbe. Ein Rotton, der nicht knallt und irgendwie sophisticated aussieht. Freu mich drauf.

Aberglaube

Ich könnte mich jetzt rausreden und behaupten, Woche 13 aus Angst vor der schwarzen Katze oder Leitern, die Spiegel zerbrechen, ausgelassen zu haben. Die ungeschönte Wahrheit ist aber, daß ich schlicht keine Zeit hatte bzw. keinen Bock. Ich werbe wegen letzterem für Verständnis, die Tageslichtverhältnisse arbeiten gegen mich (komme selten bis garnicht vor 20 Uhr nach Hause) und zudem scheint die Gravitation innerhalb meiner Umgebung massiv zugenommen zu haben. Wenn ich nach einem Tag auf der Messe nach Hause komme schaffe ich es kaum mehr vom Sofa hoch. Apologies.

Tausche Leinen gegen Flanell.

Bye bye Leinentops und Flatterröcke, der Herbstwind hat euch ausgebootet. Neu im Club ist das Flanellhemd von Uniqlo, ganz links. Dank Auslistung der Sommerteile habe ich genug Platz auf der Stange, die Hemden aufzuhängen. Wer kennt das nicht: Hemd liegt adrett auf einem perfekten Stapel mit anderen Tops, man will eines der unteren, Hemd fällt aus dem Schrank und bleibt als Knäuel on top, bis man es mal anzieht. Wäsche zusammenlegen ist die Pest.

Arbeit essen Farbe auf.

Keine ärmellosen Blusen mehr, keine bunt gemusterten Röcke. Der Businessdress bleibt eintönig, meh. Eigentlich hätte ich gern mal ein paar Powersuits, am liebsten in einem leuchtenden Pflaumenton. Oder weinrot. Aber sowas produzieren die High Street Brands nicht, und für Jil Sander fehlt mir das Kleingeld.

Mehr Jacken, weniger Kleid.

Bis auf ein Bandeaukleid mußten alle anderen in die Winterpause. Dafür habe ich nun eine breite Auswahl an Jacken. Die nächsten Tage kommen noch Mäntel dazu, dann wird es eng im Abteil. Ganz links und so schwarz, daß man ihn nicht erkennt: ein Wollwickelmantel von Mango, anno 2010. Ich wüßte nicht wie ich ohne ihn auskommen sollte, es ist DER Mantel, den man einfach braucht. Wenn er mal kaputtgeht werde ich trauern.

Neutral as hell!

Die Schuhe für mein tägliches Workout, wie schon mal erwähnt liegt mein Büro im obersten Stock. Und dahin laufe ich Treppe, das ist Ehrensache. Die Wildlederexemplare werden bald ebenfalls ihren wohlverdienten Urlaub nehmen, dann ist Stiefelettenzeit.

Aus der Zeit gefallen.

Je weiter oben im Schrank, desto unwahrscheinlicher. Ich kann die Sonnentage noch nicht ganz loswerden, aber langsam sehe sogar ich ein daß die Wahrscheinlichkeit für Sandaletten schon lange gegen null driftet. Nächste Woche seid ihr weg. Unten zweite von rechts übrigens die höchsten Stiefeletten, die ich habe. Von Topshop, Name Africa, heißgeliebt aber wenig getragen weil siehe vorheriger Satz. Meine Skills scheinen sich aber zu verbessern, am Donnerstag bin ich in den schicken Dingern zum Kino gerannt.

Magic four.

Die vier warten auf Gesellschaft, die momentan noch vor dem Schrank steht. Interessantes Problem: Platz für vier Paar Stiefel, vorhanden sind aber fünf. Reise nach Jerusalem für Schuhwerk.
 
Weisheitsgewinn der letzten Wochen ist, daß ich vollauf mit meiner Garderobe beschäftigt bin und um einiges kritischer, was Neukäufe angeht. Gleichzeitig fällt mir aber auch deutlicher auf, was noch fehlt. So habe ich relativ viele Sommerröcke, aber nur zwei Winterröcke. Auch Kleider für die kalte Jahreszeit sind Mangelware. Hier besteht Bedarf, denn ich möchte die kommenden Monate nicht ausschließlich in Jeans verbringen (auch wenn's bequem ist).