9. August 2015

Unerwartete Nebenwirkungen

Woche 6, und schon setzt die Weisheit ein.

Ich war heute vollkonzentriert und habe das Beste aus dem Tag gemacht, und das hauptsächlich mit wenig Textil auf diversen Terrassen und Balkonen, in Liegestühlen und auf Gartenliegen, mit und ohne Buch, die Sonne suchend oder sie meidend (und das abwechselnd), und hab es seit langem mal wieder geschafft von der Dunkelheit überrascht zu werden.

Diese ausschweifende Einleitung zeigt, warum die Fotos heute unschaft, schief und bei Kunstlicht geschossen worden sind. Man erkennt das wesentliche, aber stolz bin ich nicht darauf.

Das mit der Ordnung üben wir nochmal.

Ein schönes Beispiel für jahrelange Favoriten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ganz rechts meine haselnußfarbene (??!) Leinenjacke aus der H&M Garden Collection. Google sagt das gute Stück ist 5 Jahre als, es kommt mir noch viel länger vor. Jeden Sommer kann ich's kaum erwarten, sie zu tragen, mußte bisher aber immer in den "Saison"-Kisten nach ihr kramen. Das sollte ja nun anders werden, wenn alles auf Display hängt. Darunter eine sienna-gelbe Wildledertasche von Mango aus der Pantone-Reihe, Jahrgang 2007. Guess what: ich hab sie bisher nie getragen, aus Sorge sie könnte Flecken bekommen! Wie bescheuert bin ich eigentlich... sei's drum, sie ist toll und das wird ihr Sommer.

Stillstand.

Nothing new. Die Leinenanzüge wechseln sich ab mit den Chinos, das war die vergangene Woche. Da ich die kommenden 14 Tage nicht zu arbeiten gedenke passiert hier eher weniger.

Das Halstuch-Tuchkleid.

Beat the heat the Thai way. Das orangerot-schwarzweiße Kafankleid ganz links ist ein Mitbringsel aus Bangkok (und hier kommt der Ohrwurm, viel Vergnügen!), genau gesagt aus der weltbekannten Khao San Road. Warum sie so beliebt ist hab ich nicht verstanden, die dort erhältliche Ware ist auf jeden Fall legendär. Das Kaftankleid ist im Prinzip nur ein Halstuch mit einem rautenförmigen Loch darin, an den Seiten teilweise zusammengenäht und mit einer Kordel in der Mitte gerafft. Ich habe es als Strandkleidchen gekauft und für umgerechnet 8 Euro erwartet, daß es maximal den Urlaub übersteht. Das ist jetzt bald zwei Jahre her, es hat jede Runde in der Waschmaschine schadlos überstanden, dabei weiß ich noch nicht mal ob es waschbar ist. Faszinierend.

Mittelkonsolen-Bonusfoto mit Loch!

Die Handtaschen passen nicht mehr in die Schränke unter die Kleidung, also kommen sie in die Mittelkonsole. Heißt das überhaupt so? Egal, bei mir schon. Alle vier Exemplare sind heißgeliebt und ständig in Nutzung, die braune Motobag von Zara mittig-links ist schon so zerknautscht daß es schon wieder stylish ist. War Liebe auf den ersten Blick, nur das Geld hat uns für drei lange Tage voneinander getrennt. Jeden Pfennig wert.

Halbtotale.

Wenn ich schon das gleiche nochmal fotografieren muß kann ich auch mal die Perspektive wechseln. So erkennt man auch was von den schönen Schuhen die sich da tummeln. Halt, ein Pärchen in der dritten Reihe ist neu. Die cognacfarbenen Peeptoes sind auch schon acht Jahre alt und kommen aus dem renommierten Modehaus H&M. Ja, da konnte man in den guten alten Zeiten mal Lederschuhe kaufen, die ewig halten. Zudem sind sie ungeschlagen bequem, selbst mit hohen Absätzen. Eine Kombination, die sich selten findet. Und das für 29,90 €. Beat this!

Full house.

Das Maß ist voll, ein zweites muß her. Immerhin habe ich schon angebaut, in weiser Voraussicht. Die blauen Plims von H&M (ich erkenne ein Muster hier) sind heile aus der Waschmaschine gekommen, hätte ich nicht gedacht. Ganz unten rechts ein paar customized Topshop-Sandalen. Mir hat das schlecht geschnittene Lederband nicht gefallen, also hab ich es durch schwarze Schnürsenkel ersetzt und zwei der dämlichen Lederschlaufen abgeschnitten. Gotta do what you're gotta do.


Sechs Wochen sind schon vorbei, und meine Methode des kleidungstechnischen Arche-Noah-Prinzips erzeugt bereits Nebenschauplätze. So habe ich zum Beispiel das Paar schwarzer Ledersandaletten auf der rechten Seite folgenden Fotos:

Die ersten unter den anderen.

Tolle Schuhe, und genau was ich gesucht habe: komplett aus Leder, in Italien gefertigt, vernähte Sohle, schlichtes Riemchen über dem Vorderfuß, einfache Dornschließe, beige Innensohle. Passen zu allem, flach, bequem, gut verarbeitet, federleicht. Ein Must-have, ein Allrounder, ein Basic.

Nur: ich schau sie an und denke: ich mag euch nicht.
Nachdem ich ernsthaft erwägt habe bei der ganzen Überfütterung mit schönem Schuhwerk langsam gaga zu werden kam mir nach längerer Überlegung die Erleuchtung. Ich habe sehr schmale Füße und rutsche unter dem Riemchen vorne beim Laufen ein kleines bißchen durch. Nicht viel, zumindest nicht genug um es beim Anprobieren zu bemerken. Aber genug, um unterschwellig von den Schuhen genervt zu sein. Witzigerweise habe ich ein zweites Paar in kaffeebraun mit zwei überkreuzten Riemen, die ich sehr gerne trage. Schade, in dem Fall muß ich nach einem Ersatz suchen.

Und ich war so nah dran!

Keine Kommentare:

Kommentar posten