26. Juli 2015

Früher war alles früher

Sommer, Sonne, Stadtfeiertag. Auch wenn ich schon über 15 Jahre hier lebe habe ich noch nie gesehen, daß in den Straßen getanzt wird. Da mußte ich mich natürlich anschließen, lachen, trinken, am nächsten Morgen gegen sechs auf der Dachterrasse einer Freundin aufwachen. In Sandaletten und Sommerkleid mit verschmiertem Makeup heimlaufen. Mir geht's super, duschen, umziehen, ab zur Arbeit. Läuft, das steck ich souverän weg. Im Studium sind wir nach den Donnerstagspartys ja auch am Freitagmorgen um acht in "Höhere Mathematik" gesessen.

Zwei Stunden später sitze ich in meinem eigenen Meeting und bin mir sicher, daß ich sterben werde.

Vier Stunden später wünsche ich mir, daß ich sterbe.

Die Erinnerung kommt langsam wieder. In den Vorlesungen sind wir sofort eingeschlafen, und das ist ja irgendwie auch schon zehn Jahre her. Früher war eben einiges anders. Das mag der verklärende Blick zurück sein, ein bißchen Wahrheit ist aber auch dran. Das und viel mehr unzusammenhängendes Zeug geht mir heute durch den Kopf, als ich die Kleiderschranktüren öffne, um zu dokumentieren.


Seid umschlungen, Zeitzeugen meiner modischen Entwicklungsgeschichte!

Ich scheine in meiner Freizeit bedeutend mehr Klamotten zu tragen als zu Zeiten des Broterwerbs, was rein rechnerisch gar nicht aufgeht. Neu dazugesellt hat sich ein Pailettentop (hier nur als Spaghettiträgerschnipsel zu sehen) und ein luftiger Rock von Zara, für den ich nach sieben Jahren noch eine Farbbezeichnung suche. Handtaschentechnisch eine Clutch in pink und bordeaux (versteckt sich ebenfalls gekonnt), die ich eigentlich schon auf Ebay hauen wollte. Hat das Ding nochmal Glück gehabt.

American-Psycho-mäßige Ordnung hier!

Die Arbeitskluft hat sich vermehrt und einen cremefarbenen Leinenanzug mit ins Team genommen. Wenn in zwei Monaten (Wochen? Tagen?) der Sommer vorbei ist und ich das Ding irgendwie sinnvoll falten und ganz oben im Schrank lagern muß frage ich mich wahrscheinlich, was der Scheiß sollte. Heute bin ich dankbar dafür, daß ich kühlen Kopfes durch den Arbeitstag komme. Sieht sogar irgendwie elegant-souverän aus, wenn man ein bißchen zerknittert gewandet am Schreibtisch sitzt. Ich kann mir die paar Falten leisten. Pun intended.

Noch in der Unterzahl...

Der palmengemusterte Oldie ist von Vero Moda und 12 Jahre alt, man kann gut darin schlafen, wenn man muß... Das khakigrüne Seidenkleid kommt aus dem Hause Uniqlo und hat mich mal wieder in Sachen Qualität geflasht. Reine Seide, kühl, maschinenwaschbar und nach einer knappen Stunde auf der Wäscheleine trocken und faltenfrei! Hab ich schon ausreichend darüber gemeckert, daß es in D keinen Onlineshop gibt?

Ja, immer noch so langweilig wie letzte Woche

Bei den Businesstretern habe ich gemogelt und die braunen Krokopumps eingeschmuggelt. Zwar hatte ich diese Woche ein paar Lederhalbschuhe an, fand die aber so nervig und unbequem daß sie nicht im Schrank gelandet sind. So erging es auch dem ein oder anderen Oberteil. Stattdessen habe ich eine "mag ich nicht"-Kiste neben die Kleiderstange gestellt, in das ich alles pfeffern kann was mich den Tag über genervt hat. Die Sachen warten da jetzt auf den Recall.

Party people!!!!!!!!!!!11!1!!

Geil, ich scheine nur noch am Ausgehen zu sein! Wenn ich die Woche Revue passieren lasse ist sie tatsächlich nicht repräsentativ für den Rest des Jahres, an vier von sechs Abenden gab es ein "Feschtle". Und noch ist der Sonntag nicht vorbei ;-)



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