31. Januar 2016

Klappe

Man sagt unser größter Kritiker sind wir selbst. Das mag in den meisten Fällen richtig sein, und oft ist diese Kritik berechtigt und hilfreich, solange man sich nicht für alles und jedes kritisiert. Ich selbst habe leider das Pech, daß mein innerer Kritiker verdammt helle und eloquent ist. Und so hält er mir ständig süffisant formuliert vor, daß ich mich lieber mit meinen textilen Besitztümern beschäftige anstatt etwas Sinnvolles zu tun. Klavierspielen lernen zum Beispiel. Oder staubsaugen. Oder früh ins Bett gehen.

Da ich dann nichts zu schreiben hätte und sowieso eine Trotzreaktion gegen diese Art von Erwachsenen-Vernunft kultiviere mache ich dennoch weiter Fotos von Kleiderstangen und Schuhschränken. 

"Mit Lichterkette wirkt es gleich bloggermäßiger."
Frontalansicht, verrät noch nicht viel Neues auér daß die Stiefel immer noch warten müssen. Peeptoes und Slingpumps sind momentan einfach nicht das richtige Schuhwerk, aber ausgehen sollte ich mal wieder. Das beige-karierte Zarakleid wartet immer noch auf den Frühling.

Same same but different.

Zwei Kurzmäntel sind aus den Tiefen des Kellerschrankes aufgetaucht, genau wie eine Jeansjacke. Zwar ist es immer noch kalt da draußen, aber ich hatte den Wechsel schwarz-beige-schwarz-beige bei meinen Mantelfarben satt. Diese beiden sind lila und tintenblau, leider nicht die beste Qualität da vom Schweden, aber für die Übergangszeit (die hoffentlich bald kommt) warm genug.

More in fashion.
Die schicken Pumps kommen kaum zum Einsatz, da momentan alles hoch im Kurs steht was man auch mit warmen Socken tragen kann. Zwei Paar Stiefeletten stehen im Hausflur und werden mich noch vor ein Platzproblem stellen, denn da ist nur noch ein Stellplatz über.

Awaiting.

Platz für meine Sneakers und die zwei Paar Ausgehpumps, die noch vor dem Spiegel stehen. Wo das graue Paar Stiefel noch Platz finden soll weiß ich selbst nicht. Vielleicht trenne ich mich doch noch von dem vernünftigen flachen Paar ganz links? Decisions...

Perspektivwechsel, trifft die Farben besser.

Man sieht es nicht aber von der Stange sind ein marineblauer Strickcardigan und das Paar schwarze spitze Pumps verschwunden, genauso wie eine Neuerwerbung, über die ich noch schreiben werde. Die leichten Kleider warten auf den Frühling, ich denke es lohnt sich nicht sie nochmal wegzupacken. Die Mäntel haben jedoch keine andere Chance mehr, was in diesem Winter nicht getragen wird ist raus.

Assorted shades.

Hoppla, was Neues! Ich habe spontan beschlossen, daß der Mensch maximal 10 Sonnenbrillen braucht, und entsprechend ausgeastet. Sonnenbrillenetuis habe ich noch vier, davon sind zwei schon mit Inhalt in die aktuell genutzten Handtaschen verschwunden. Die Duftkerze ist natürlich ein Blogger-Muß und brennt nicht, weil ich das total ironisch meine. Nicht. Oder doch. Whatever.

Das sollte fotogener sein.

Was hier dazukommt ist eh kaum zu erkennen, deshalb helfe ich Sherlock mal nach: ganz links hängt ein weinrotes Samt-Spaghettiträgertop. Man sollte meinen das sei das Letzte, was eine Frau mit Oberweite benötigt, aber es steht mir doch verblüffend gut. In Kombination mit einem schwarzen Blazer, einer Edel-Stoffhose und den spitzen Pumps geradezu fashion forward.

Mei, wie farbenfroh.

Nichts hat sich getan. Wenn ich bedenke wie viel Zeit ich in Arbeitskleidung verbringe sollte ich meinen Fokus vielleicht darauf richten, hier mal etwas Spaß reinzubekommen. Der lila Mantel ist ein Anfang. Mango hat gerade einen türkisgrünen Samtanzug im Angebot...

Das vernachlässigte dritte Abteil.

So schön groß dieser Schrank auch ist, ich hätte gern wieder einen mit einer einzigen Kleiderstange. Oder eben eine, die etwas länger ist. Das sieht immer so gedrängt aus... in der Zwischenzeit habe ich irgendwann mal den Poncho getragen, und sogar eine Garnitur Sportkleidung. Leider bleibt das hier eine Baustelle, ich weiß noch nicht recht wie ich organisieren soll.


Fazit erster Monat im neuen Jahr: die Kleidung vor dem Schrank nimmt nach wie vor kontinuierlich ab, was mich beruhigt. Ich rechne trotzdem damit, daß demnächst der tote Punkt kommt und ich Zero Erfolg verbuchen muß. Außerdem habe ich mein Budget für diesen Monat relativ fix ausgegeben, wobei 80% Austausch-Käufe waren und ich froh bin über die erweiterte Vielfalt in ein paar Kategorien. So ungern es der Möchtegern-Minimalist sagt: Neues beflügelt auch die Phantasie, Altes anders zu sehen.




5. Januar 2016

Spaß mit Statistik

Mit dem Jahresende kommt auch die Halbzeit meines Garderobenexperiments. Da ich neben dem Durchlaufen meines Besitzes an Kleidung mir auch zum Ziel gesetzt habe, weniger Neues zu kaufen ist jetzt ein guter Zeitpunkt, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Dabei betrachte ich das gesamte Jahr 2015, auch wenn ich erst seit Juni in der Experimentalphase bin.

Ein guter Indikator für die Wertigkeit der Neuanschaffungen ist es, sich vor ein leeres Blatt Papier zu setzen und aus dem Kopf aufzuschreiben, was man alles in den letzten 12 Monaten angeschafft hat. Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, mindestens 75% zu erreichen und habe eine Gesamtzahl von 100 geschätzt. Positive Überraschung: es waren 85 Teile, und davon konnte ich 72 auflisten.


Erste Jahreshälfte 2015

Angeschafft bis Juni 2015
In der ersten Hälfte habe ich wenige Fehlkäufe zu beklagen, leider sind alle von Mango und leider ist es stets die Qualität, mit der ich ein Problem habe. Paradoxerweise sind meine Lieblingsteile ebenfalls von Mango. Könnte darauf hindeuten, daß Mango zwar stylischer wird, dafür aber die Langlebigkeit der Teile leidet. Zara ist wie immer ein Lotteriespiel, dieses Jahr habe ich eine ganz gute Quote. Alles von Uniqlo ist eine verläßliche Anschaffung, ebenso das meiste von Esprit. Massimo Dutti, Oysho und & other stories sind Einzelteile, ebenso Tamaris. Mein Radius was Marken angeht ist begrenzt.

Zweite Jahreshälfte 2015
Gekauft Juli bis Dezember 2015
In der zweiten Jahreshälfte hat sich markentechnisch nichts getan, zwei Geschenke habe ich hier der Vollständigkeit halber auch aufgeführt. Nicht ein Fehlkauf, aber auf dem Weg dorthin ist die rostrote Wildledertasche von Mango, die zwar wunderschön ist, aber auch schnell dreckig wird und bereits eine rabiate Behandlung mit Gallseife hinter sich hat.

Von den Teilen sind noch nicht alle getragen, im Gegensatz zu den Kleidungsstücken aus der ersten Jahreshälfte. Kleider scheine ich nur noch von Zara zu kaufen, mir gefällt eine bestimmte Länge, die andere Marken selten anbieten. Uniqlo und Mango sind wieder dominant, dazwischen einiges von Zara, Esprit und Oysho. H&M habe ich wieder eine Chance gegeben, vor ein paar Jahren habe ich schon einmal meinen Schrank aussortiert und bemerkt, daß fast alle Wegwerfteile von H&M waren. Trotzdem ist die Qualität per se nicht schlecht, man muß nur wissen worauf man achtet. Ich weiß das nicht immer, deshalb bleibt es ein Trial and Error.

Vergleicht man die beiden Jahreshälften habe ich in der zweiten circa ein Fünftel weniger eingekauft. Das freut mich, insbesondere da ich für neun der Neuzugänge etwas Altes aussortiert habe. Trotzdem bleibt die Gesamtzahl stattlich, das soll in diesem Jahr anders werden. Denn ich habe immer noch Kleidung auf der Stange vor dem Schrank.





3. Januar 2016

Search and deploy

Mit dem Jahreswechsel kommt auch die zweite Halbzeit meines Garderobenexperiments. Es läuft sehr gut, und gerade deshalb verschärfe ich die Regeln für die kommenden sechs Monate. Bisher gilt:

- die Kleidungsstücke/Schuhe/Handtaschen, die noch vor dem Schrank auf der Stange hängen, darunter stehen oder auf den Schuhschränken gestapelt sind, wurden seit Juli 2015 noch nicht getragen.
- wenn ich ein Teil bis Juni 2016 trage, kommt es in den Kleiderschrank respektive Schuhschrank.
- was bis zum 30.06,2016 nicht getragen wurde, wird verkauft/verschenkt/weggeschmissen.

Neue Zusatzregeln:

- für jedes neue Teil, das ich kaufe, muß ein altes gehen.
- ich muß in der Kategorie bleiben, d.h.: Hose gegen Hose, Jacke gegen Jacke.

Kleiner Cheat:

- es dürfen 12 neue Kleidungsstücke im gesamten Jahr dazukommen, die keinen Tauschpartner haben.

Der Haken:

Das Geld dafür muß von Ebayverkäufen kommen.


Der Gedanke dahinter ist einfach: ich bin der Meinung, daß die Größe meiner Garderobe absolut ausreichend ist und nicht mehr massiv wachsen muß. Einen Nullkonsum möchte ich aber nicht anstreben, da ich zwar mit der Zusammensetzung meiner Kleidungsstücke zufrieden bin, nicht aber mit der Qualität aller Teile. Diese möchte ich gegen hochwertigere Exemplare austauschen, vor allem bei Teilen von denen ich weiß daß ich sie oft trage. Dafür setze ich mein Budget ein, daß ich dieses Jahr um 30% im Vergleich zum Vorjahr gekürzt habe. Ich möchte mal sehen, ob ich damit auskomme.

Ein wenig Ausprobieren darf trotzdem sein, um damit nicht mein Budget zu belasten finanziere ich mir das mit Ebayverkäufen. Win-win: die alten Sachen kommen weg, und ich denke dreimal drüber nach ob ich mein sauer verdientes Ebaygeld für eine Grille ausgeben möchte.


Und wer bisher mitgelesen hat bekommt jetzt als Belohnung ein praktisches Beispiel. Im November habe ich bereits einen Testlauf für die Replace-Strategie laufen lassen, das ist dabei herausgekommen:

Schichtwechsel.

Links das alte, was den Platz räumen mußte: eine navyblaue Strickjacke von Zara anno 2010, inzwischen etwas sehr pillig geworden. Neu rein ein dunkelblauer Strickkimono von Mango, den ich bereits nonstop trage.
Unten links eine schwarze Wildlederbeuteltasche von Mango anno 2006, deren Innenseite inzwischen eher grau ist. Ersetzt durch eine rostrote Wildleder-Eimertasche, ebenfalls von Mango, die ich auch schon getragen habe und massiv reinigen mußte, da sie zu enge Bekanntschaft mit einer Jeans gemacht hat. Indigo ist die Pest.

Esprit vs. Esprit.

Verloren hat das hintere bleigraue Paar Wildlederstiefeletten von Esprit, ich weiß einfach nicht wie ich es kombinieren soll. Neu dabei ist das hellgraue Paar Wildlederboots, ebenfalls von Esprit. Ob ich mit der hellen Farbe glücklich werde werden wir sehen, mind the jeans...

Wenn chic gegen bequem antritt...

Letztes Duell: links hat gegen rechts gewonnen. Die Tamaris-Keilpumps sind zwar bequem, sehen aber enorm plump aus. Die Mango-Stilettos sehen sicher nicht bequem aus, sind aber chic. Ich frage mich ob und wann ich diese Entscheidung bereuen werde...







29. Dezember 2015

Empties und Kaputties

Manche ungeliebten Pflege- und Schminkprodukte nehmen uns die Bürde des Aufbrauchens ab, indem sie einfach kaputtgehen. Danke dafür, das erlöst mich auf dem Teufelskreis des stupiden Konsumenten:

Ich mag das nicht!
Aber ich hab Geld dafür bezahlt.
Und es hat Ressourcen gefressen.
Wegwerfen wäre dekadent.
Und früher hatten wir ja nix.
Ich werde es aufbrauchen.
Jedesmal, wenn ich es benütze, denke ich:
Ich mag das nicht!

Der Loop wird endlich unterbrochen, wenn das Zeug leer ist. Als Katharsis darf man dann ein Empties-Foto auf seinem Blog posten und selig darüber meditieren. Sind wir nicht alle ein bißchen sehr dämlich?

Leer oder bäh.

Biotherm Lait corporel: stammt noch aus den Zeiten, in denen ich bei Douglas die Goodie-Codes voll ausnutzen wollte. Inzwischen hasse ich das Wort Goodie leidenschaftlich, genauso wie das türkise D. Die Flasche ist also fast fünf Jahre alt und endlich leer, Pflegewirkung ist gut, keine Frage, aber wer zahlt ernsthaft 20 Euro für eine Körperlotion? Ich sollte mich schämen und tue das jetzt ausgiebig.

Dove DermaSpa Körperlotion Probe: pflegte gut und zog schnell ein, riecht für mich etwas seltsam. Schön, brauch ich nicht!

Innisfree Tuchmaske Manuka Honey: ich liebe die Tuchmasken, war gespannt auf die mit Honig. Irgendwie roch sie nach Alkohol, auch wenn sie gut gepflegt hat stört mich das. Immerhin, eine Variante gefunden die ich nicht mag.

Maybelline Fit me Concealer: noch nicht leer, sieht aber inzwischen ekelhaft aus. Seit ich ihn mit einer RealTechniques Blending Brush auftrage finde ich ihn sogar noch besser, tolles Produkt für wenig Geld! Schon nachgekauft.

JoliFin Nagelhaut-Entferner: tut seinen Job nicht und ist laut Warnhinweisen ungefähr so gesundheitsschädlich wie Arsen. WTF? War in einem Tauschpaket, jetzt weiß ich wieso. Ab in den Eimer - oder muß ich das Zeug zur Gefahrstoffsammelstelle bringen?

Rodial Glam Balm Lip: riecht inzwischen ranzig. Die Tube war bei Erhalt halb voll, ein Riesennepp. Warum sollte man sich das nochmal anschaffen? Wäre es nicht in einer dieser Aboboxen gewesen, um die sich freizeitkranke Konsumgläubige kloppen, ich hätte es nie angeschafft. Schön daß der Balm seine Wertigkeit bewiesen hat.



Das Endziel dieser Übung ist, daß ich eines fernen Tages eine leere Shampooflasche einfach wieder in den Müll werfen kann, ohne sie vorher zu fotografieren...

27. Dezember 2015

Enger werdende Kreise

Das Jahresende naht, und da ich am Monatsletzten wahrscheinlich sehr beschäftigt sein werde und am Monatsersten sehr matschig nutze ich den Sonntag um ein Jahresfazit in der Halbzeit meines Experiments zu ziehen. Kurzfassung: beste Idee ever! Und nun die bebilderte Langfassung.

Vorweg ein kleines Bild, um die momentane Lage zu zeigen:

Whoa!

Jepp, wir liegen in den letzten Zügen. Sechzehn Kleiderbügel hängen noch auf der Stange, vier Paar Pumps stehen davor, zwei Paar Stiefel daneben und auf dem Gitter und überall sonst verteilen sich vier Handtaschen. Drei neue Sachen warten auf Ausgang, darunter eine sinnfreie, aber wunderschöne Glitzerhandtasche von Zara und ein beigefarbenes Etuikleid desselben Herstellers. Dazu noch ein Paar schwarze spitze Pumps von Mango. Nicht zu fassen, der senfgelbe Mantel wartet immer noch auf seinen Einsatz. 

Bei einigen Teilen wundert es mich, daß sie noch dahängen, andere sind wiederum Ausgehklamotten die nur zu bestimmten Anlässen ausgeführt werden. Dieser weiße Kleiderständer von Ikea hat mich übrigens gerade mal 15 Euro gekostet, das Ding hat sogar Rollen und kommt sicher immer mal wieder zum Einsatz, auch wenn mein Experiment beendet sein wird.

Sieht von hinten genauso gut aus.

Wie groß der Raum auf einmal ist! Ich kann übrigens gut verstehen, warum so viele Mädels von offenen Kleiderstangen begeistert sind. Es sieht schick aus (wenn man Ordnung hält und gleichzeitig nicht zu viel Kleidung hat), man erfasst alles mit einem Blick ohne eine Tür oder mehrere öffnen zu müssen und nichts geht über Tageslicht.
Nachteile sind das potentielle Ausbleichen der Kleidung, Staub und der Zwang, immer schön aufräumen zu müssen. 

Verschwindende Klamottenstapel.

Endlich ENDLICH habe ich es geschafft, einen Klamottenstapel abzutragen. Es sind sogar zwei geworden: als erstes ging die letzte Jeans, eine seltsame Nummer mit schwarz-khakigrüner Acid-Waschung (???), die ich mir in einem Anflug von Individualismus mal angeschafft habe. Das Ding ist zu lang, mit nichts zu kombinieren und skinny fit. Ich hasse skinny fit. Warum höre ich nicht auf mich?
Der zweite Stapel ist ein bißchen geschummelt, denn ich habe die letzten vier T-Shirts mit dem verbleibendem Lammwollepullover verheiratet. Schuld ist der Winter, der uns diesmal im Stich lässt. Die wollene weinrote Tragbar-Sauna ist von Uniqlo und beschert bei Plusgraden mühelos den Hitzetod, insofern sammelt sie leider wahrscheinlich noch etwas Staub.

Neu dazugesellt haben sich zwei Dekoboxen mit eingerollten Strumpfhosen und Feinstrümpfen, die ich diesen Winter alle zu killen gedenke. Menschen mit meiner Körperkontrolle stehen auf Kriegsfuß mit Nylonstrümpfen, aber meiner Meinung nach gehört es zum Erwachsensein dazu, sich auch mal in feiner Kleidung unfallfrei durch einen Tag bewegen zu können. Ich bin noch im Training.

Serious shoes.

Und nun ist auch Platz vorm Schuhschrank für bessere Fotos. Die versammelten Päarchen sind alle bekannt, da ich Urlaub habe dürfen sie sich ein paar Tage ausruhen.

Why so serious shoes?

Adlerauge sieht, daß ich ein Brett ausgehängt habe, auf dem nun die Stiefel stehen. Warum das? Es gibt kein drittes Schuhschrankfoto, in einem Anfall von Optimismus habe ich beschlossen, daß ich maximal 28 Paar Schuhe im Winter brauche. Die Schneestiefel für den Einbruch der nächsten Eiszeit nicht mitgerechnet, die stehen im Keller neben den gebunkerten Lebensmitteln... und deshalb ist der dritte Schrank nun leer, der Inhalt in den zweiten gewandert. Zähneknirschend habe ich die taupefarbenen Wildlederboots eingetragen, nachdem ich sie mehrfach imprägniert habe und extrem aufgepaßt hab, wo ich hintrete. Beim Aussteigen aus meinem Auto habe ich dann die Spitze des linken Schuhs verdreckt. Hurra.
Im Frühjahr/Sommer genehmige ich mir übrigens wieder 32 Paar.

Überraschung!

Neue Ansicht meiner ungezeigten Mittelkonsole. Die Taschen sind alle getragen, in den Kisten lagern Sommerschuhe und Ausgehkleider, die alle noch ein sehr hohes Risiko fahren. Weiter oben meine Sammlung von Sonnenbrillen und Halstüchern/Bikinis in den gestreiften Hutboxen. Da muß ich noch ran, aussortieren.

Wintersonnenschatten.

Schön aufgeräumt meine Freizeitkleidung, ich sehe da einen schwarzen Rock der mich ein wenig nervt. Alles was nervt lebt gefährlich.

Schlafende Arbeitskleidung.

Und weitergehen, gibt nichts zu sehen.

Poncho neben Kimono, East meets West.
Ein bißchen mehr Platz wäre gut, die Mäntel erdrücken die Kleider. Mein Aufbewahrungskonzept ist noch nicht optimal, bis das Experiment vorbei ist muß es eben gehen. Wenn ich den dritten Schuhschrank rauswerfe ist Platz für eine Kommode, dann können die Schubladenelemente aus dem Schrank raus und ich kann die Kleider zu den Freizeitklamotten hängen. Sokoban im Schrank.

Finally - a place to rest.

Speziell für euch das letzte Eckchen meines Ankleidezimmers. Neben dem Sessel stehen ein paar Schuhschachteln mit Sandalen und Peep-Toes, die es im Sommer nicht geschafft haben und die bis Juni eine letzte Chance kriegen. In den Tüten sind Halstücher und Dessous, die auch noch nicht aufgetragen sind. Ich bin ziemlich erleichtert, daß ca. 80% meiner Garderobe aber bereits durch sind - ob sie jetzt im Schrank gelandet sind oder Flugtag hatten.

Wie geht es weiter? Wenn der Winter noch kommt (und davon gehe ich aus) warten noch einige Handschuhe und Schals auf ihren Einsatz, Silvester darf die Partykleidung mitmischen und ansonsten versuche ich weiter, zu nutzen was vor meiner Nase liegt/hängt oder mich endlich davon zu trennen. Aber es soll ja spannend bleiben, also gibt es eine neue Regel:

Für jedes Teil, das reinkommt, muß ein anderes gehen.

Verschäfte Regel: in der Kategorie bleiben. Kleid gegen Kleid, Pumps gegen Pumps, Sonnenbrille gegen Sonnenbrille. 

Das hat im November ganz gut geklappt (Post folgt), ich bin mit der Größe meiner Garderobe vollends zufrieden, eklatante Mängel sehe ich momentan nicht und schließlich will ich es mir nicht so einfach machen, neues Zeug anzuschleppen. Vielleicht ergibt nicht jeder eins-zu-eins-Ersatz Sinn - ein neuer Rucksack gegen eine alte Partytasche wäre hilfreich, eine neue Partytasche zu den siebenundachtzig vorhandenen ist nicht hilfreich - also lasse ich mir ein Hintertürchen offen. Trotzdem rechne ich mir eine gute Chance aus, daß ich das hinbekomme.

Und jetzt ab in den Sale! Willenskraft testen!








22. Dezember 2015

U for basics

Basics. Die Nemesis des Spaßkäufers. Kosten normalerweise ordentlich Geld, wenn sie eine Weile halten sollen, begeistern nicht sofort weil sie unauffällig und einfach sind (hence the name) und sind unglaublich schwer zu finden. Oder hat jemals eine Frau in der Geschiche der Menschheit ein schwarzes schlichtes T-Shirt in den Läden gefunden, als sie danach gesucht hat? Nein!

Wenn ich versucht habe, Basics zu shoppen, sagen wir eine schmucklose Jeans, bin ich entweder

a) mit einem großflächig geblümten Trenchcoat nach Hause gekommen

b) nach vierstündiger frustrierter Sucherei mit einem überteuerten Kompromiß zur Kasse gestapft, der ein halbes Jahr später ungeliebt aus dem Kleiderschrank geflogen ist

c) im Eiscafé gelandet, weil ein Schwarzwälder Kirsch-Becher die Welt schon immer etwas besser gemacht hat

oder

d) all of the above.


Das war die Lage, bevor ich in Tokio in den Uniqlo-Flagshipstore geraten bin. Seitdem kann ich in 90% aller Fälle von Basics-Mangel auf den freundlichen Japaner zurückgreifen. Preis und Qualität stimmen nicht, denn ich bin der Ansicht für die geforderten Preise zu gute Qualität zu erhalten. Vor allem wenn wieder heftig reduziert wird, und das wird oft. Genug des Lobes, hier meine Top 5:

Japan 5.

Taupefarbene Daunenjacke: Teil der Serie Ultra light down, sie hat einen Reißverschluß und zwei Seitentaschen, die ebenfalls über einen Reißverschluß schließen. Die Reißverschlüsse sind sehr leichtgängig und fein, trotzdem stabil. Nichts, was einem den Schal zerfetzt oder die Fingernägel verkratzt. Die Jacke hält schön warm, für eisige Temperaturen ist sie aber zu leicht, ich trage sie im Herbst. Da sie sich miniklein zusammenrollen läßt (ungefähr die Größe eines Knirps-Schirms) nehme ich sie gern auf Reisen mit, da sie im Koffer so gut wie keinen Platz wegnimmt. Ich habe die Jacke im November 2013 in Tokio für umgerechnet 40 Euro gekauft.

Hellblaue Viscosebluse: federleicht und bügelfrei! Die Bluse hat einen Maokragen und an der Vorderleiste einen einzigen Knopf. Sie fällt seidig-locker und bauscht nicht an der Taille, was ich bei Blusen und Hemden hasse wie die Pest. Da ich eine recht weibliche Figur habe trage ich ungern klassische Hemden, jeder kennt das Problem der klaffenden Knopfleiste. Man mag es kaum glauben, bequem ist das gute Stück auch noch. Die Bluse habe ich Anfang Februar 2015 in Seoul für umgerechnet 24 Euro gekauft.

Blaugraues Top mit eingearbeiteten Cups: das war die Entdeckung des Jahres für mich, kein Spaß. Mein Brustkorb ist relativ groß, weshalb ich immer Streß mit BHs habe. Entweder rutschen die Träger ständig runter (toll, wenn man im Meeting sitzt), das Brustband schneidet oder die ganze Chose wandert immer höher. Nervig ohne Ende. Diese Tops hier haben kein Brustband, sondern die Cups einfach in der Vorderseite eingenäht. Hier gezeigt ist die Variante Spaghettiträger, ich habe sie aber auch als Tanktop-Variante. Kann man sich eine Welt vorstellen, in der man nicht ständig am BH rumzuppeln muß? Jetzt ja. Gekauft habe ich das Top mit vielen anderen im November 2013 in Tokio für umgerechnet 10 Euro.

Graue Strick-Strümpfe: unsexy ohne Ende mag man jetzt denken, aber die Dinger sind schick. Vor allem über einer Strumpfhose oder als Hausschuhersatz, denn sie sind aus Heattech-Material. Das ist ein Textilgemisch, welches Uniqlo für verschiedene Produkte nutzt und welches sehr dünn ist, aber trotzdem gut warm hält. Es gibt Longshirts, Unterhemden, Pullover und Sweatshirts, ja sogar Trainingshosen aus Heattech. Die Socken habe ich mir letzten Monat im Uniqlo-Onlineshop bestellt, zwei Paar haben 10 Euro gekostet.

Anthrazitfarbener Kaschmirschal: ein Beispiel für den seltenen Gebrauch von Mustern bei Uniqlo. Als ich damals in Japan war habe ich für meine ganze Familie Kaschmirschals gekauft (ja, ich war ein bißchen sehr begeistert), und das Kaschmir von Uniqlo ist wirklich von sehr guter Qualität. Zudem läßt es sich leicht pflegen, mag die Waschmaschine und sieht auch nach mehreren Jahren Gebrauch noch aus wie am ersten Tag. Der Schal ist recht neu und stammt ebenfalls aus dem Onlineshop, er hat mich 40 Euro gekostet. Das einzige Teil, welches ich zu teuer fand, aber ich mußte ihn unbedingt haben. Im August hatte ihn ihn auf Fotos der Straßburger Uniqlo-Filiale gesehen und seitdem gejagt.



Zusammenfassend kann ich Uniqlo fast komplett empfehlen, nur was Hosen angeht sind sie ein wenig schwierig. Da die Kleidung für asiatische Frauen konzipiert ist bietet die Marke für uns Europäerinnen hauptsächlich Caprihosen an. :-)

13. Dezember 2015

Ladies cut

Es sind wiederkehrende Routinen: den Kleiderschrank sortieren. Morgens kaffeetrinkend nicht wissen, was man anziehen soll. Will ich Lippenstift tragen und wenn ja, welchen? Für welche Nagellackfarbe hab ich genug Bock, um die leidige Lackiererei durchzustehen? Abends zu undiszipliniert oder schlicht infantil sein, um den Laptop rechtzeitig wegzulegen und mal in Ruhe die Zeit vorm Zubettgehen erleben. Kennen wir alle. Wird allerdings um einiges cooler, wenn jemand den Soundtrack seines Lebens drauflegt. Und damit wir zur Theorie auch ein paar praktische Beispiele haben kommen jetzt meine fünf liebsten genial geschnittenen Youtube-Videos. Check it out and have a great lazy sunday.

Vivianna does makeup - Autumn capsule wardrobe. Simply love the brits!


Hey Claire - The struggle. Cool cat.


Hey Claire - Favorite lipsticks.


Hey Claire - Favorite Nails Inc. polishes.


Vivianna does makeup - Get un-ready with me.