22. Dezember 2015

U for basics

Basics. Die Nemesis des Spaßkäufers. Kosten normalerweise ordentlich Geld, wenn sie eine Weile halten sollen, begeistern nicht sofort weil sie unauffällig und einfach sind (hence the name) und sind unglaublich schwer zu finden. Oder hat jemals eine Frau in der Geschiche der Menschheit ein schwarzes schlichtes T-Shirt in den Läden gefunden, als sie danach gesucht hat? Nein!

Wenn ich versucht habe, Basics zu shoppen, sagen wir eine schmucklose Jeans, bin ich entweder

a) mit einem großflächig geblümten Trenchcoat nach Hause gekommen

b) nach vierstündiger frustrierter Sucherei mit einem überteuerten Kompromiß zur Kasse gestapft, der ein halbes Jahr später ungeliebt aus dem Kleiderschrank geflogen ist

c) im Eiscafé gelandet, weil ein Schwarzwälder Kirsch-Becher die Welt schon immer etwas besser gemacht hat

oder

d) all of the above.


Das war die Lage, bevor ich in Tokio in den Uniqlo-Flagshipstore geraten bin. Seitdem kann ich in 90% aller Fälle von Basics-Mangel auf den freundlichen Japaner zurückgreifen. Preis und Qualität stimmen nicht, denn ich bin der Ansicht für die geforderten Preise zu gute Qualität zu erhalten. Vor allem wenn wieder heftig reduziert wird, und das wird oft. Genug des Lobes, hier meine Top 5:

Japan 5.

Taupefarbene Daunenjacke: Teil der Serie Ultra light down, sie hat einen Reißverschluß und zwei Seitentaschen, die ebenfalls über einen Reißverschluß schließen. Die Reißverschlüsse sind sehr leichtgängig und fein, trotzdem stabil. Nichts, was einem den Schal zerfetzt oder die Fingernägel verkratzt. Die Jacke hält schön warm, für eisige Temperaturen ist sie aber zu leicht, ich trage sie im Herbst. Da sie sich miniklein zusammenrollen läßt (ungefähr die Größe eines Knirps-Schirms) nehme ich sie gern auf Reisen mit, da sie im Koffer so gut wie keinen Platz wegnimmt. Ich habe die Jacke im November 2013 in Tokio für umgerechnet 40 Euro gekauft.

Hellblaue Viscosebluse: federleicht und bügelfrei! Die Bluse hat einen Maokragen und an der Vorderleiste einen einzigen Knopf. Sie fällt seidig-locker und bauscht nicht an der Taille, was ich bei Blusen und Hemden hasse wie die Pest. Da ich eine recht weibliche Figur habe trage ich ungern klassische Hemden, jeder kennt das Problem der klaffenden Knopfleiste. Man mag es kaum glauben, bequem ist das gute Stück auch noch. Die Bluse habe ich Anfang Februar 2015 in Seoul für umgerechnet 24 Euro gekauft.

Blaugraues Top mit eingearbeiteten Cups: das war die Entdeckung des Jahres für mich, kein Spaß. Mein Brustkorb ist relativ groß, weshalb ich immer Streß mit BHs habe. Entweder rutschen die Träger ständig runter (toll, wenn man im Meeting sitzt), das Brustband schneidet oder die ganze Chose wandert immer höher. Nervig ohne Ende. Diese Tops hier haben kein Brustband, sondern die Cups einfach in der Vorderseite eingenäht. Hier gezeigt ist die Variante Spaghettiträger, ich habe sie aber auch als Tanktop-Variante. Kann man sich eine Welt vorstellen, in der man nicht ständig am BH rumzuppeln muß? Jetzt ja. Gekauft habe ich das Top mit vielen anderen im November 2013 in Tokio für umgerechnet 10 Euro.

Graue Strick-Strümpfe: unsexy ohne Ende mag man jetzt denken, aber die Dinger sind schick. Vor allem über einer Strumpfhose oder als Hausschuhersatz, denn sie sind aus Heattech-Material. Das ist ein Textilgemisch, welches Uniqlo für verschiedene Produkte nutzt und welches sehr dünn ist, aber trotzdem gut warm hält. Es gibt Longshirts, Unterhemden, Pullover und Sweatshirts, ja sogar Trainingshosen aus Heattech. Die Socken habe ich mir letzten Monat im Uniqlo-Onlineshop bestellt, zwei Paar haben 10 Euro gekostet.

Anthrazitfarbener Kaschmirschal: ein Beispiel für den seltenen Gebrauch von Mustern bei Uniqlo. Als ich damals in Japan war habe ich für meine ganze Familie Kaschmirschals gekauft (ja, ich war ein bißchen sehr begeistert), und das Kaschmir von Uniqlo ist wirklich von sehr guter Qualität. Zudem läßt es sich leicht pflegen, mag die Waschmaschine und sieht auch nach mehreren Jahren Gebrauch noch aus wie am ersten Tag. Der Schal ist recht neu und stammt ebenfalls aus dem Onlineshop, er hat mich 40 Euro gekostet. Das einzige Teil, welches ich zu teuer fand, aber ich mußte ihn unbedingt haben. Im August hatte ihn ihn auf Fotos der Straßburger Uniqlo-Filiale gesehen und seitdem gejagt.



Zusammenfassend kann ich Uniqlo fast komplett empfehlen, nur was Hosen angeht sind sie ein wenig schwierig. Da die Kleidung für asiatische Frauen konzipiert ist bietet die Marke für uns Europäerinnen hauptsächlich Caprihosen an. :-)

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