6. Dezember 2015

Stillstand ist die Pest

Moin moin, das mühsame Eichhörnchen ist wieder da.

Ich beiße mir zur Zeit etwas die Zähne an den Restbeständen aus, zudem fließt durch irgendwelche Ritzen Neuware zu. In meiner Verzweiflung habe ich angefangen, Röcke zur Arbeit zu tragen. Prompt bekam ich von einer Kollegin ein Kompliment - für meine Schuhe.

Jahreszeitenmix muß noch separiert werden.

Abgesehen davon daß hier noch einige Sommerklamotten rumlungern hat sich der grauschwarze Faltenrock eingeschlichen, der eigentlich zu den Arbeitsklamotten gehört. Da gibts aber keinen Platz mehr. Ansonsten fehlen die paar superwarmen Pullis, die ich verfrorenerweise die letzten Tage dauergetragen habe, und eine Jeans. Nicht sehr kreativ. Aber ich hab ein paar schicke neue Sachen... was ich nicht sollte.

Nah am Optimum :-)

Arbeitskleidung: bald kann ich blind in den Schrank greifen und irgendwas kombinieren, es wird (fast) immer passen. Vielleicht versuche ich mal den artsy-Look und kombiniere die schwarze Bluse zum schwarzen Anzug oder, total crazy, die navyblaue Bluse zum navyblauen Anzug. Man möchte ja nicht zu Mainstream sein.

In need of curation.

Das dritte Abteil wird momentan als Mantelkabinett mißbraucht, dabei hängen hier auch ein paar Kleider. Wenn die Stange mal Vergangenheit ist und ich eventuell einen Schuhschrank wegreduzieren kann kommt eine Kommode in den Raum, dann fliegen die Schubladenelemente in den Schränken raus. Ziel ist, die Kleider dann zu den Freizeitklamotten zu hängen. Ein bißchen sortieren bringt vielleicht den gleichen Effekt.

Und nun der Panoramablick:

Zauberhafte Leere.

Man sieht immer mehr Boden, auch die Kleiderbügel nehmen ab. Adlerauge hat wahscheinlich schon bemerkt, daß sich vier Neulinge aufs Bild geschlichen haben. Alle tragen noch ihr Preisschild, ich schreibe noch einen Extrapost zu ihnen. Erfolgreich reduziert habe ich zwei Röcke, die wie schon erwähnt den Weg ins Büro gefunden haben, eine Organzabluse, ein leichtes Kleid mit halblangen Ärmeln und ein Paar leider etwas unbequeme Pumps. Ich gebe ihnen noch eine Chance, bevor sie auf die Abschußliste kommen.

Dark side of the Kleiderstange.

Drei Paar Partypumps sind noch über, und eine Reihe von Stiefeln. Letztere kommen zum Einsatz sobald es wieder ein wenig kälter ist, erstere in der kommenden Festzeit. Was mich daran erinnert, daß ich noch keinen Plan für Silvester habe. Wie jedes Jahr. Traditionen muß man pflegen.

Noch kein Quadratzentimeter Holz zu sehen.

Die Sportklamotten lachen mich aus, dabei ist eine Garnitur verschwunden. Bei den Pullis tut sich auch nichts mehr, verständlich: da liegen noch ein superwarmer Poncho, ein superwarmer Cardigan und ein unglaublich warmer Merinopulli von Uniqlo, der eigentlich aus der Herrenkollektion stammt und mich ganze 10 Euro gekostet hat. In den Boxem habe ich die Strumpfhosen sortiert, da ich in Schubladen immer ein Chaos veranstaltet hab auf der Suche nach der richtigen (schwer umsetzbar bei mangelhafter Beleuchtung, denn es sind alle schwarz). Ausgeh-Täschchen warten auch noch sehnsüchtig. So sehnsüchig wie ich.

Nix Neues, nur Altes.

Verläßlich und langweilig, weiter geht's. Wobei: ein Paar auf diesem Foto fliegt bald raus weil es drückt. Bieder aussehen und drücken ist eine schlechte Kombination.

Fairerweise.

Ja, ich hab nix gearbeitet und dokumentiere pflichtgemäß auch das. Da stehen Sommerschuhe, und es ist Dezember! Draußen kloppen sich die Vögel am Meisenknödel, morgens kratze ich Eis von der Windschutzscheibe, aber die Peeptoes stehen parat!

Pflege Deine Bestände.

Die dunkelbraunen Stiefeletten von Cos sind erst gestern vom Schuster zurück, sie haben neue  Absätze bekommen. Mir graust vor dem Tag, wenn ich sie wegschmeißen muß. Nicht nur, weil sie teuer waren, sondern weil sie zu fast allem passen was ich besitze und comfy as hell sind.

Sneak peek.

Zwei Gegenstände auf diesem Foto sind neu... Post folgt. Wer allerdings verloren hat ist die Coffret-Bag von Mango, sie ist mir zu unhandlich. Schade, schön ist sie sehr, erinnert mich an eine Hermès-Tasche, welche wohl den Gegenwert meines Wagens hat. Entweder landet sie auf Ebay oder wird verschenkt, dafür daß sie nur einmal zum Einsatz kam war sie nämlich echt kostspielig...

Im Juli habe ich angefangen mit meinem Experiment, jetzt ist es Dezember. Die Stange im Zimmer nervt natürlich, aber das Konzept ist genau das richtige, um seine Sachen auch alle mal zu tragen. Mehrere Personen haben mich vor dem Einfluß der Sonnenstrahlung gewarnt, die Kleider könnten ausbleichen. Somit ist dies leider kein dauerhafter Zustand. Trotzdem kann ich nur betonen, wie hilfreich das Experiment für mich ist. Ich habe in diesem Jahr 82 Kleidungsstücke gekauft, das sind zwar fast 8 im Monat, aber ich zähle Unterwäsche und Socken genauso dazu wie den Cardigan, der einen ausgedienten ersetzt, oder die neue Sonnenbrille. Ich schätze ohne den Budenzauber hier wäre es mehr gewesen, und ich vermisse bisher nichts - ich hab einen ganzen Schrank voll anzuziehen.







Kommentare:

  1. Ich finde dein Experiment super und wahnsinnig inspirierend-musste das einfach mal sagen! LG, Franziska

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    1. Vielen Dank für die Blumen, das motiviert! Freu mich wie ein Keks über jeden Kommentar :-)

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